DER SUPPENKÖNIG VON ROSSOW

„Herthi“ kann wieder ordentlich austeilen

In vielen Bereichen normalisiert sich das Leben wieder. Zum Glück, sagt auch Wolfgang Klein. Der Mann mit dem Spitznamen „Herthi“ verkauft seit Jahren an der B 104 in Rossow Erbsensuppe.
Seit über 20 Jahren verkauft Wolfgang Klein aus Herthis mobiler Feldküche in Rossow Erbsensuppe. Die Grenzschlie&szl
Seit über 20 Jahren verkauft Wolfgang Klein aus Herthis mobiler Feldküche in Rossow Erbsensuppe. Die Grenzschließung spürte er deutlich. Fred Lucius
Rossow.

Wolfgang Klein ist nicht sauer, wenn man ihm bescheinigt, abhängig zu sein. Denn das ist er zweifellos – und zwar von den vielen Polen-Fahrern, die ins Nachbarland unterwegs sind und die auf der Hin- oder Rückfahrt bei ihm in Rossow anhalten, um Erbsensuppe mit Bockwurst oder Gulasch zu essen oder Lungenhaschee im Glas mitzunehmen. „Etwa 90 Prozent meiner Kunden sind Polen-Fahrer“, schätzt der 53-Jährige.

Fußball sorgt für den Spitznamen

Mit der Begrenzung der Zigaretteneinfuhr aus Polen sei der Umsatz damals zurückgegangen. Diese Situation sei aber mit der Corona-Krise und der Grenzschließung durch Polen überhaupt nicht vergleichbar. „Ich habe es noch gut eine Woche nach der Grenzschließung versucht, aber da ging nichts mehr“, erzählt „Herthi“, der seinen Spitznamen als Fan des Fußballvereins Hertha BSC erhielt. Um die Ausfälle etwas kompensieren zu können, hätte er auf Märkte und Feste fahren müssen. Doch die seien wie das Mühlenfest in Woldegk oder das Heringsfest in Altefähr alle abgesagt worden. Gut ein viertel Jahr blieb der Stand an der B 104 in Rossow verwaist. Die Pacht für den Stellplatz musste Wolfgang Klein trotzdem zahlen. Eine Bekannte habe geholfen, Förderung zu beantragen, die auch gewährt wurde.

Seit fast sechs Jahren selbstständig

„Die Leute wissen, ob sie Erbsen bei mir essen, wenn sie nach Polen fahren. Die sind froh, dass das jetzt wieder möglich ist. Und sie haben schon darauf gewartet, hier wieder zu essen. Gemeckert hat keiner“, sagt der Werbelower, der seit 26 Jahren Erbsensuppe verkauft und seit über 20 Jahren in Rossow aus der Feldküche ausschenkt. Seit fast sechs Jahren ist er mit „Herthis mobiler Feldküche“ selbstständig.

Die Corona-bedingte Zwangspause habe er genutzt, um den Verkaufswagen aufzufrischen und mit einer neuen, gelben Farbe zu versehen. Unterstützt habe ihn dabei Malermeister Beutin aus Rossow mit Farbe sowie die Agentur Werbeziel Daniel Rach aus Drense bei Prenzlau. „Der gelbe Wagen sticht jetzt mehr ins Auge“, ist sich Wolfgang Klein sicher. Eine Auszeit wie die jetzt erlebte, möchte Wolfgang Klein jedenfalls nicht noch einmal durchmachen. Eine Zunahme von drei Kilo Gewicht sind da noch das kleinere Übel.

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