GASTGEWERBE IN DER CORONA-KRISE

Gewerkschaft fordert Schutz für Gäste und Angestellte

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten befürwortet die von der Landesregierung angekündigte schrittweise Wiederbelebung des Gastgewerbes. Kritik gibt es an der zu späten Erhöhung des Kurzarbeitergeldes.
Stühle hoch: Kaum eine Branche ist so stark von den Corona-Einschränkungen betroffen wie die Gastronomie und Hotelle
Stühle hoch: Kaum eine Branche ist so stark von den Corona-Einschränkungen betroffen wie die Gastronomie und Hotellerie. NGG
Jörg Dahms ist Geschäftsführer der NGG-Region Mecklenburg-Vorpommern.
Jörg Dahms ist Geschäftsführer der NGG-Region Mecklenburg-Vorpommern. Nordkurier/Archiv
Pasewalk.

Bis Ende April haben 2471 der insgesamt 7046 Betriebe im Landkreis Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur beantragt. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur. Zum Vergleich: Zu Beginn der Corona-Krise im März waren es noch 249 Firmen.

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Jörg Dahms, Geschäftsführer der NGG-Region Mecklenburg-Vorpommern, spricht von einer „Erschütterung auf dem heimischen Arbeitsmarkt“. Besonders betroffen sei das Gastgewerbe. Die Branche liege seit Wochen weitgehend brach. Gerade kleinere Hotels und Gaststätten würden ums Überleben kämpfen. Es sei gut, dass die Bundesregierung ein riesiges Rettungspaket für die Unternehmen geschnürt hat. Aber für die Beschäftigten komme die beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes zu spät, sagt Dahms.

Vielen bleibe nur der Gang zum Sozialamt oder Job-Center

So steige das Kurzarbeitergeld erst nach sieben Monaten auf 80 Prozent (Eltern: 87 Prozent) des Netto-Einkommens. Für Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte sei das eine enorme Durststrecke. „Vielen wird nur der Gang zum Sozialamt oder zum Job-Center bleiben“, warnt Dahms. Eine Mitverantwortung für die Lage trage auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Arbeitgeber würden sich bis heute weigern, das Kurzarbeitergeld per Tarifvertrag aufzustocken.

Umso wichtiger sei nun, dass eine Perspektive für die langsame Wiederbelebung des Gastgewerbes aufgezeigt wurde – „vorausgesetzt, der Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Gäste ist sichergestellt“, sagt der NGG-Geschäftsführer. Bei jedem Restaurant, das in Vorpommern-Greifswald wieder öffnen wolle, müssten die Behörden kontrollieren, ob die Schutzmaßnahmen ausreichen. Die Gäste müssten darauf vertrauen können, dass sich keiner ansteckt. Um die Beschäftigten optimal vor Infektionen zu schützen, sei eine gründliche Gefährdungsbeurteilung nötig. „Darüber hinaus braucht es ausreichend Personal, das sich neben Küche und Service darum kümmert, dass die Hygiene- und Abstandsregeln wirklich eingehalten werden, so Dahms.

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