BIENENZUCHT

Deutschlands Chef-Imker ist ein Pasewalker

Die Vertreter der 19 Mitgliedsverbände des Deutschen Imkerbundes wählten jetzt einen neuen Präsidenten. 90 Prozent der Stimmen vereinte der Pasewalker Torsten Ellmann auf sich.
Zwei Kandidaten stellten sich der Wahl zum Präsidenten des Deutschen Imkerbundes. Der Pasewalker Torsten Ellmann erhielt
Zwei Kandidaten stellten sich der Wahl zum Präsidenten des Deutschen Imkerbundes. Der Pasewalker Torsten Ellmann erhielt 90 Prozent der Stimmen. Nordkurier-Archiv/Fred Lucius
Pasewalk.

Der neue Präsident des größten Bienenzüchterverbands Europas, der Deutsche Imkerbund mit 121 000 Mitgliedern, ist ein Pasewalker: 119 der 132 Stimmen entfielen am Wochenende bei der Jahreshauptversammlung in Konstanz auf Torsten Ellmann (53). „Ich habe mich natürlich sehr über das Ergebnis gefreut. Besonders, weil der Abstand zum Gegenkandidaten sehr groß war“, sagte der strahlende Wahlgewinner dem Nordkurier.

Der Sohn eines Imkers gibt sein Wissen weiter

Der Diplom-Chemiker und pharmazeutisch-technische Assistent ist verheiratet und hat drei Kinder, teilte der Imkerbund mit. Als Sohn eines Imkers ist er seit seiner Kindheit eng mit der Bienenhaltung verbunden, bewirtschaftet 20 Bienenvölker und gibt sein Wissen an seinen Sohn weiter, der damit bereits in der dritten Generation imkert.

Ellmann führt seit 2010 den „Pasewalker Imkerverein 1878”. Besondere Schwerpunkte seiner Vereinsarbeit sind die Nachwuchsförderung, Schulung und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Entwicklung bienenfreundlicher Gemeinden. Torsten Ellmann ist bereits seit 2011 Vorsitzender des Landesverbandes der Imker und arbeitete von 2011 bis 2015 als Beisitzer im Präsidium des Deutschen Imkerbunds.

Der bisherige Präsident, Peter Maske aus Unterfranken, wurde nach elf Jahren im Amt zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er gratulierte seinem Nachfolger und sagte, er wünsche sich eine Fortsetzung der sachlichen und konstruktiven Zusammenarbeit, vor allem mit der Politik und Landwirtschaft, um weitere Verbesserungen für Blüten besuchende Insekten zu erreichen.

Bekämpfung von Bienenkrankheiten und Pflanzenschutzmittel reduzieren

Auch Ellmann setzt auf Dialog. Nach seiner Wahl sagte er: „Neben der Zusammenarbeit mit allen Naturnutzer-Verbänden, der Politik, der Industrie und vielen anderen Organisationen steht für mich die Stärkung der imkerlichen Gemeinschaft – sowohl nach innen als auch nach außen – an vorderer Stelle.“ Nur mit einer starken Stimme sei es möglich, im internationalen Rahmen der EU-Mitgliedstaaten Verbesserungen bei der Agrarpolitik, der Sicherheit der Bienenprodukte, der Bekämpfung von Bienenkrankheiten und der Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes zu erreichen.

Für die Zukunft sei außerdem eine stärkere Nutzung der Neuen Medien, insbesondere im Schulungsbereich, geplant, um die jüngere Generation für die Vereins- und Verbandsarbeit zu erreichen und sie im noch stärker für die Imkerei zu begeistern.

 

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Kommentare (1)

Es gab schon einmal einen Pommern als Imkerpräsidenten. Sein Name war Karl Hans Kickhöffel. Seit 1931 Vorsitzender des Deutschen Imkerbundes (DIB) und von 1933 bis 1945 Geschäftsführender Präsident der Reichsfachgruppe Imker. Er war maßgeblich beteiligt an der Einführung des Einheitsglases (mit dem legendären Aufdruck "Gewähr für echten deutschen Honig"), am Zustandekommen der Honigverordnung und erreichte 1936 die Steuerbefreiung des Futterzuckers für Bienen.