Toter Terrier
Akte zu Hundesturz in Pasewalk noch nicht geschlossen

Aus einem Fenster im 6. Stock dieses Pasewalker Wohnblocks in der Robert-Koch-Straße soll ein Hund in den Tod gesprungen sein.
Aus einem Fenster im 6. Stock dieses Pasewalker Wohnblocks in der Robert-Koch-Straße soll ein Hund in den Tod gesprungen sein.
Jörg Foetzke

Ein Hund soll in der vergangenen Woche aus einem Fenster im 6. Stock eines Pasewalker Wohnblocks gesprungen sein. Doch die Geschichte klingt verworren, denn da ist auch von der Misshandlung von Katzen die Rede. Das Veterinäramt des Kreises hat den Fall noch nicht geschlossen.

Was sich da am vergangenen Donnerstag in den Mittagsstunden in der Pasewalker Robert-Koch-Straße ereignete, lässt Tierfreunden das Herz brechen: Nach Polizeiangaben soll ein Jack-Russell-Terrier aus dem Fenster im 6. Stock gesprungen sein. Den Aufprall überlebte der Hund nicht, er war sofort tot. Der Körper des Tieres wurde von Stadtbediensteten entsorgt. Der 22-jährige Hundehalter wird dafür noch eine Rechnung erhalten.

Doch nach Angaben der Polizei ist der Hundehalter schuldlos am Tod seines Vierbeiners: Er befand sich zur gleichen Zeit bei einem Behördentermin. Doch kurz nach dem Hundesturz ging eine Mail in der Nordkurier-Redaktion ein. Der Verfasser (der Name ist der Redaktion bekannt) berichtet davon, dass der Hundehalter in den Tagen zuvor Katzen aus dem Fenster geworfen habe. Die Tiere hätten sich verletzt und wären von einer Anwohnerin in Pflege genommen worden. Die Frau habe sich an die Stadt sowie an das Veterinäramt der Kreisverwaltung gewandt mit der Bitte, die Tiere weiter zu vermitteln. Vom Fenstersturz sei da allerdings nicht die Rede gewesen.

Sollte der Hund in eine Tierpension?

Doch auch Peter Lübkow, Chef der Tierpension „Peter und der Wolf“ in Pasewalk-Franzfelde, hat bereits unliebsame Bekanntschaft mit dem Hundehalter gemacht. Vor einem halben Jahr hätte der 22-Jährige ihn gemeinsam mit seiner Freundin kontaktiert. Angeblich hatten sie damals einen herrenlosen Hund gefunden. Lübkow erinnerte sich genau – es handelte sich um den jetzt bei dem Fenstersturz getöteten Jack-Russell-Terrier. „Der Hund war schon ziemlich alt“, weiß Peter Lübkow noch heute.

Bei der Übergabe des angeblich zugelaufenen Vierbeiners spürte er bereits, dass irgendetwas nicht stimmte. „Ich hab den beiden gesagt, dass es für sie teuer wird, wenn sie mich belügen“, berichtet Lübkow weiter. Wenig später stand das Pärchen dann vor der Tür der Tierpension in Franzfelde. Plötzlich war ihnen eingefallen, dass der Terrier einer Freundin gehörte.

Hundehalter soll bereits neuen Vierbeiner haben

Für Peter Lübkow ist der Fall klar: „Solchen Leuten muss die Haltung von Tieren verboten werden“, sagt er. Die Sache mit dem selbstständigen Fenstersturz des Hundes mag er nicht so recht glauben. „Wo war denn die Freundin?“, fragt er.

Nach einer am Montag beim Nordkurier eingegangenen Mail soll der 22-Jährige bereits wieder einen neuen Hund halten. Darüber liegen im Kreis-Veterinäramt keine Erkenntnisse vor. Allerdings haben die Mitarbeiter den Fall auch noch nicht zu den Akten gelegt. Man warte jetzt erst einmal den Polizeibericht ab, hieß es.