GRUNDSTüCKSVERKAUF

Stadt Neustrelitz trennt sich vom Weg zum Glambecker See

Die Trasse hat ein Privatmann schon vor einiger Zeit erworben. Dennoch kann der Rundweg um den Glambecker See erreicht werden.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Der alte Weg zum Glambecker See von der Adolf-Friedrich-Straße aus ist für die Allgemeinheit nicht mehr nutzbar, er wurde verkauft. Der neue Weg 50 Meter weiter muss aber noch durch die Stadt barrierefrei ausgebaut werden.
Der alte Weg zum Glambecker See von der Adolf-Friedrich-Straße aus ist für die Allgemeinheit nicht mehr nutzbar, er wurde verkauft. Der neue Weg 50 Meter weiter muss aber noch durch die Stadt barrierefrei ausgebaut werden. Tobias Lemke
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Neustrelitz.

Ein Mindestmaß an städtischer Information hätte wohl Irritationen verhindert: Ausgerechnet kurz vor Ostern ist in Neustrelitz ein Weg zum touristisch und innerstädtisch bedeutsamen Glambecker See von der Adolf-Friedrich-Straße aus gesperrt worden. Die Stadt Neustrelitz reagierte erst auf Nordkurier-Nachfrage und berief sich dann auch noch auf einen aus ihrer Sicht längst erledigten Vorgang, an dem der Bürger vor immerhin vier Jahren hätte Anteil nehmen können.

Denn zumindest ein Teil des Prozederes wurde öffentlich behandelt. Ungewöhnlich, aber rechtlich offenbar nicht unmöglich: Der Weg zum Glammi ist an einen Privatmann verkauft worden. Wie Rathaussprecherin Petra Ludewig dem Nordkurier sagte, ist der Beschluss über den Verkauf im Hauptausschuss der Stadtvertretung – einem Gremium, das nichtöffentlich tagt – abgesegnet worden. Das war Ende des vergangenen Jahres. Grundstücksverkäufe werden allerdings grundsätzlich nicht öffentlich behandelt.

Weg schon vor vier Jahren verkauft

Der Weg ist seit einigen Tagen für den öffentlichen Zugang gesperrt. Dies ist allerdings für die Erreichbarkeit des Rundwegs um den Glami nur auf den ersten Blick von Nachteil. Denn etwa 50 Meter entfernt von dem jetzigen Weg gibt es noch einen Weg. Der ist nur noch nicht befestigt.

Und dieser Weg, wenn er denn fertig ist, soll gegenüber der anderen Trasse einen entscheidenden Vorteil haben: Er wird barrierefrei sein. Die bisherige Strecke ist dies nicht, spätestens an der Treppe oberhalb des Rundwegs um den Glammi ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität Schluss.

Die Grundlage für den jetzt offensichtlich gewordenen Eigentümerwechsel führt bereits in das Jahr 2015 zurück. Die Neustrelitzer Stadtvertretung hatte damals den Bebauungsplan für dieses Gebiet geändert.

Neuer Weg soll bis Jahresende gebaut sein

Die Stadt bereitet nach eigenen Angaben derzeit den Ausbau des neuen Wegs vor. Er ist rund vier Meter breit, gut die Hälfte davon soll gepflastert werden. Vorerst müssen sich Spaziergänger, Jogger oder Fahrradfahrer allerdings mit dem unbefestigten Weg abfinden.

Die Fertigstellung ist bis zum Jahresende geplant. Der Erhalt von zwei Wegen im Abstand von 50 Metern wäre aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht zu rechtfertigen, bekräftigt die Rathaussprecherin. Sie verweist auch darauf, dass es an der bislang vorhandenen Treppe auf dem jetzt verkauften Weg über kurz oder lang Reparaturbedarf gegeben hätte.

Der Rundweg zum Glambecker See ist bislang nicht ohne Weiteres barrierefrei zu erreichen. Die vorhandenen Wege weisen ein erhebliches Gefälle auf oder verfügen über eine Treppe. Nordkurier-Informationen zufolge regt sich gegen den Wegeverkauf Widerstand. Anwohner in der Adolf-Friedrich-Straße wollen sich angeblich juristisch wehren.

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