KREISVERKEHR

▶ Neustrelitz baut für 740.000 Euro Riesen-Kreuzung erheblich zurück

In Neustrelitz soll bald ein neuer Kreisverkehr entstehen. Denn die bisherige Kreuzung ist aus Sicht der Planer überdimensioniert.
Die meisten Abbiegespuren werden aus Expertensicht gar nicht benötigt.
Die meisten Abbiegespuren werden aus Expertensicht gar nicht benötigt. Robin Peters
Neustrelitz.

Die jetzt vorgestellten Pläne des neuen Kreisverkehrs zwischen der Woldegker und der Wesenberger Chaussee offenbaren vor allem eines: Die Straßenfläche wird an dem wichtigen Verkehrsknoten künftig erheblich zurückgebaut. „Für die heutige Verkehrsbelastung ist die Kreuzung überdimensioniert“, stellte Stefan Simon von der Schüßler-Plan Ingenieursgesellschaft mbH auf der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Neustrelitz klar.

Die meisten Abbiegestreifen seien überhaupt nicht erforderlich. Darüber hinaus weise die Kreuzung zum Teil erhebliche Schäden auf, die Straßenoberfläche sei stark angegriffen. Entstehen soll dem Fachmann zufolge daher ein verhältnismäßig kleiner Kreisverkehr – vergleichbar mit dem Knotenpunkt auf dem Kühlhausberg. Dadurch fallen einige Fahrstreifen weg, zahlreiche, bislang versiegelte Flächen werden der Natur zurückgegeben. Das mindert Stefan Simon zufolge auch die Belastungen des Grundwassers. Geplant ist zudem eine geregelte Regenwasserentsorgung – derzeit läuft es nämlich einfach an den Seiten herunter. Die Mittelinsel wird zwar versiegelt, soll aber nicht befahrbar sein.

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Manch ein Lkw muss eine Runde extra drehen

Für besonders große Fahrzeuge wird so mancher Abbiege-Winkel in dem kleinen Kreisverkehr aber wohl zur Herausforderung: Einige Lastwagen, die aus Richtung Altstrelitz kommen, müssen laut Simon bald eine Runde um den Kreisverkehr drehen, bevor sie in Richtung Woldegk abbiegen können. Das ärgerte unter anderem den stellvertretenden Stadtpräsidenten Manfred Schwarz (Die Linke): „Wir müssen uns nicht quälen, etwas Neues zu bauen und dann alles akzeptieren.“ Das Ausschussmitglied schlug demgemäß vor, einen Bypass in den Kreisverkehr zu integrieren.

Dieser ruft laut Stefan Simon allerdings andere Probleme hervor. „Wenn wir es bequemer für die Lkws machen, gefährden wir die Fußgänger.“ Ein Bypass werde deshalb nur gebaut, wenn er unbedingt erforderlich sei. Eine Extra-Runde für Lkws sei dagegen nicht unüblich. Darüber hinaus werde dieser Weg von Lastwagen nur selten genutzt.

Fördermittel sollen genutzt werden

CDU-Stadtvertreter Andreas Petters befürchtete hingegen, dass sich die Autos bei der Einfahrt in den Kreisverkehr stauen könnten. Dem aktuellen Konzept zufolge könnten die Fahrer die anderen Autos recht früh sehen. Viele Fahrer würden dann zögern, schon in den Kreisverkehr einzufahren, und lieber warten. Aus diesem Grund fragte das Ausschussmitglied nach der Möglichkeit, die Fußgängerüberwege nicht so dicht an dem Kreis zu platzieren. Dieser Abstand ist Simon zufolge jedoch vorgeschrieben. Auch bei dieser Regelung gehe es unter anderem darum, die Fußgänger und Radfahrer zu schützen.

Insgesamt kostet das Projekt dem Planer zufolge 740.000 Euro. Laut dem Dezernenten für Stadtentwicklung und Bau, Karsten Rohde, werden die Kosten wiederum zu einem großen Teil mit Fördermitteln gedeckt. Schon in der ersten Hälfte dieses Jahres soll mit dem Bau des Kreisverkehrs begonnen werden.

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