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Täter weiter unbekannt

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Staatsschutz ermittelt nach Überfall am See

Die Wiese unterhalb des Balkons in der Hohenzieritzer Straße in Neustrelitz ist ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen. Am Wochenende ging hier eine Bande auf einen 17-Jährigen los.
Die Wiese unterhalb des Balkons in der Hohenzieritzer Straße in Neustrelitz ist ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen. Am Wochenende ging hier eine Bande auf einen 17-Jährigen los.
Tobias Lemke

War es ein Streit zwischen rivalisierenden Jugendgruppen oder steckt Fremdenfeindlichkeit hinter der Tat? Genau das soll jetzt untersucht werden.

Still ruht der See am Dienstagnachmittag. Doch das ist nicht immer so am Glambecker See in Neustrelitz – zumindest nicht auf der großen Wiese an der Hohenzieritzer Straße. Die Stelle ist ein beliebter Treffpunkt der Jugend. Abends wird hier gerne auch mal bis tief in Nacht gefeiert, und es wird Alkohol getrunken.

Ob am vergangenen Wochenende hier „was los war“, kann das junge Pärchen, das am Dienstagnachmittag auf einer Parkbank die Ruhe am See genießt, nicht sagen. „Wir haben davon nichts gehört“, sagt er. Sie zuckt mit den Schultern. Anders sieht das bei der Gruppe Jugendlicher aus, die es sich wenige Meter weiter auf einer Bank gemütlich gemacht hat. Sie haben sehr wohl vom Streit gehört, erzählen die Drei. „So doll, dass gleich die Polizei kommen musste, war das eigentlich nicht“, erzählt einer von ihnen und dreht sich eine Zigarette.

Begleiterin leicht an Schulter verletzt

Es habe trotzdem Platzverweise durch die Polizei gegeben. Bei der ganzen Sache solle es sich um einen Streit zwischen rivalisierenden Jugendgruppen gehandelt haben, berichtet der mit der Zigarette weiter. „Es wurde getrunken und dann gab‘s wohl Trouble“, erzählt er. Er selbst sei am Wochenende aber nicht dabei gewesen, sondern habe das alles nur von Freunden gehört.

In der Nacht zu Sonntag ist am Glambecker See ein 17-Jähriger mit dunkler Hautfarbe von einer etwa achtköpfigen Personengruppe überfallen worden. Die bisher unbekannten Tatverdächtigen sollen ihn laut Polizeiangaben gegen einen Baum geschubst haben. Als ihr Opfer zu Boden fiel, hätten die Täter zudem auf ihn eingetreten. Seine Begleiterin sei beim Versuch, Hilfe zu holen, leicht an der Schulter verletzt worden.

Aufgrund seiner Hautfarbe angegriffen?

Der 17-Jährige habe ebenfalls leichte Verletzungen, eine Abschürfung am Knie und Rötungen am Rücken, davongetragen. Einen Rettungswagen habe man in der Nacht aber nicht rufen müssen, erklärt Carolin Radloff vom Polizeipräsidium in Neubrandenburg. Da die Möglichkeit besteht, dass der Jugendliche aufgrund seiner Hautfarbe angegriffen wurde, ermittelt nun der Staatsschutz der Polizei. Das Opfer sei Deutscher und sei in Deutschland geboren. „Wir sind weiterhin auf der Suche nach Zeugen, die Hinweise geben können“, sagt Radloff.

Christoph Feldkamp, Pastor in Neustrelitz und Mitglied vom Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt“, verurteilt die Tat aufs Schärfste. „Mir fehlen die Worte. So etwas muss aufhorchen lassen“, sagt er.

Das Aktionsbündnis, ein breit aufgestellter Zusammenschluss mehrerer Organisationen und Einrichtungen der Stadt, habe in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass die Neustrelitzer solche Taten nicht dulden.