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Bei Bauarbeiten

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Schloss taucht stückweise aus dem Boden wieder auf

Reste der ehemaligen Schlossfassade traten bei den Bauarbeiten zutage.  
Reste der ehemaligen Schlossfassade traten bei den Bauarbeiten zutage.
Alexander Block

Auf dem Schlossberg in Neustrelitz wurden Reste des Schlosses gefunden. Im Zuge der Sanierung des Areals legten Bauarbeiter Steine frei.

Bei den Sanierungsarbeiten auf dem Parkgelände am Neustrelitzer Schlossberg traten in diesen Tagen historische Überreste des ehemaligen Schlosses zutage. Verzierte Steine in kleinem und größerem Ausmaß kamen zum Vorschein. Mitarbeiter der Gartenbaufirma Anschütz tauschen nämlich derzeit im Schlossgarten den Mutterboden für neue Pflanzen und Rasen aus. Dabei wurden die Funde gemacht. Archäologen des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege begleiten die Arbeiten und haben ein Auge auf die Schlossreste.

Teile der Fassade?

Noch ist nicht klar, um welche Teile des Schlosses es sich genau handelt und was mit den Überbleibseln passieren soll. Fragen dazu kann das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege erst in der kommenden Woche beantworten, hieß es seitens der Behörde.

Die Funde, auf den ersten Blick Teile der ehemaligen Fassade, lagert die Firma Anschütz vorerst auf ihrem Betriebshof. Bislang wurden rund 20 kleine und größere Bruchstücke zutage gefördert. Mit weiteren Funden ist zu rechnen, denn die Arbeiten im Schlossgarten schreiten weiter voran. „Wir tragen die Erdschicht bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern ab“, erklärt Arbeiter Jörg Aniozowski. Mit einem Radlader kippt er die Erde auf ein Rüttelsieb. Alle Reste des Schlosses, die dabei entdeckt werden, sammeln die Mitarbeiter ein.

Ende 1945 abgebrannt

Jürgen Haase, Vorsitzender des Neustrelitzer Residenzschlossvereines, freut sich über die Funde. „Es ist gut und richtig, dass die Steine nun eingesammelt werden. Wichtig wäre auch eine Dokumentation und ein Abgleich mit alten Fotos, um zu wissen, von welchen Elementen die Steine stammen“, sagt er. Zudem könne er sich eine Ausstellung der Stücke gut in Neustrelitz vorstellen. „Vielleicht im Kulturquartier. Oder im ehemaligen Schlosskeller, falls er wieder zugänglich wird“, sagt Haase.

Ende April 1945 brannte das Schloss fast vollständig aus. Die Reste des Schlosses wurden im Jahr 1949 gesprengt und abgetragen. Dabei soll wohl auch viel Schutt in die Kellerräume und auch auf die angrenzenden Parkflächen verteilt worden sein. Später wurde dort Erde aufgeschüttet und Rasen gesät.

Alte Waffe gefunden

Bei den aktuellen Arbeiten traten nicht nur Mauerreste zum Vorschein. Auch eine Waffe aus dem Zweiten Weltkrieg fanden die Arbeiter auf dem Gelände. Der Karabiner, ein leichtes Gewehr, wurde von der Polizei gesichert und fachgerecht entsorgt. „Das Gewehr war nur noch ein rostiger Klumpen und nur mit viel Fantasie als Waffe zu erkennen“, so die Polizei. Mit größeren Funden wie Bomben oder Granaten sei auf dem Gelände nicht zu rechnen. „Deswegen braucht der Munitionsbergungsdienst das Gelände nicht weiter absuchen“, erklärt Christian Hoffmann vom zuständigen Betrieb für Bau- und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern.