Neuer Investor

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Novasol will das Untere Schloss in Mirow kaufen

Das Untere Schloss in Mirow steht schon seit vielen Jahren zum Verkauf. Mit dem Ferienhausanbieter Novasol gibt es jetzt einen vielversprechenden Interessenten. 
Das Untere Schloss in Mirow steht schon seit vielen Jahren zum Verkauf. Mit dem Ferienhausanbieter Novasol gibt es jetzt einen vielversprechenden Interessenten.
Tobias Lemke/Archiv

Dieses Mal klingt das Angebot für viele Stadtvertreter vielversprechend. Ein Luftschloss soll nicht entstehen, so der in der Branche bekannte Interessent.

Nägel mit Köpfen wurden zwar noch nicht gleich gemacht, aber fast. Am Ende seiner Vorstellung wurde Bernd Muckenschnabel von Mirows amtierenden Bürgermeister Henry Tesch (CDU) zur Abgabe eines Kaufangebots aufgefordert. Muckenschnabel ist Chef des Ferienhausvermittlers Novasol mit Sitz in Dänemark. Das Unternehmen hat Interesse am Unteren Schloss bekundet und bei der Stadtvertretersitzung am Dienstagabend seine Ideen für das denkmalgeschützte Haus vorgestellt. Damit trat erstmals eine Firma als potenzieller Investor fürs Schloss auf, die in der Tourismusbranche durchaus einen Namen hat.

Ferienwohnungen im Schloss geplant

Demnach sehe das Projekt „Schlossquartier Mirow“ einen Freizeit- und Wohnkomplex auf dem Areal vor. Im Schloss sollen Ferienwohnungen entstehen. „Dabei sprechen wir nicht von Luxuswohnungen – wir wollen nicht übertreiben, aber von einem vernünftigen 4-Sterne-Bereich“, erklärte Muckenschnabel. Keine Millionäre, sondern die oberere Mittelschicht solle sich fürs Schlossquartier interessieren. Laut dem Novasol-Chef gebe es derzeit eine starke Nachfrage von Leuten, die es aus den Metropolregionen heraus aufs Land ziehe und die sich etwas für den Ruhestand aufbauen wollen. Wer in eine Wohnung investiert, könne sie selbst nutzen, werde aber auch dazu verpflichtet zu vermieten. Als Tourismus-Unternehmen mit europaweit 50 000 Ferienhäuser habe man Erfahrung in der Branche. „Wir wissen, wovon wir reden“, sagte Muckenschnabel.

Zudem habe er sich schon um die Sanierung von vier Herrenhäusern gekümmert, die alle noch erfolgreich am Markt seien. Das Untere Schloss spiele mit mehr als 4000 Quadratmeter zugegebener Maßen jedoch in einer anderen, größeren Liga. Auf rund 10 Millionen Euro schätzt Muckenschnabel daher auch das Investitionsvolumen für Mirow ein.

Den Wasserzugang wird die Stadt nicht hergeben

Was die Gastronomie betrifft, so will Novasol möglichst auf Partner vor Ort setzen. Das Konzept beinhaltet zudem Anlegestellen für Boote und Kanus. Den Wasserzugang will die Stadt Mirow allerdings nicht verkaufen, wie in der Vergangenheit immer wieder betont wurde. „Das ist natürlich ein Wunsch. Da muss ich mich dem fügen, was mit der Stadt machbar ist“, so Muckenschnabel. Er betonte aber, dass ein Wasserzugang wie ein Magnet für das Projekt wäre.

Bei Mirows Stadtvertretern stieß das Novasol-Konzept weitgehend auf Zustimmung. Nicht immer nur skeptisch sein, sondern sich auch mal offen für was zeigen, forderte etwa Volker Bieschke. Ihm gefällt, dass der Investor das Gewerbe vor Ort einbeziehen wolle. Hartwig Grählert (FDP) erklärte dazu, dass bisher viel Skepsis an den Tag gelegt worden sei, weil zuvor auch viele Hirngespinste vorgestellt wurden. „Aber Novasol kennt man. Dies könnte ein realistisches Konzept für unser Städtchen werden“, so Grählert.