Stadtreinigung
Neustrelitz macht mit heißem Wasser das Unkraut kalt

Alles soll picobello aussehen in Neustrelitz. Das klappt jedoch nicht immer und überall. Darum wird jetzt eine neue Methode getestet.  
Alles soll picobello aussehen in Neustrelitz. Das klappt jedoch nicht immer und überall. Darum wird jetzt eine neue Methode getestet.
Susanne Böhm

Heißes Wasser drauf und gut statt mühsam jäten und hacken: Entsprechende Überlegungen gibt es in Neustrelitz.

In der Neustrelitzer Stadtverwaltung gibt es Überlegungen, künftig mit Heißwasser gegen Wildpflanzen vorzugehen, die unerwünscht auf städtischen Flächen wachsen. Der Regiehof hat jetzt knapp zwei Wochen lang eine thermische Unkrautvernichtungsmaschine getestet, mit der Pflanzen großflächig abgetötet werden können. Das Gerät kam unter anderem auf dem Marktplatz zum Einsatz. Ob sich die Technik langfristig für Neustrelitz eignet, darüber soll im Laufe des Jahres beraten werden, erklärte Stadtsprecherin Petra Ludewig.

Das Gerät könne auf pflaster- und wassergebundenen Flächen, zum Beispiel auf dem Markt und im Schlossgarten, zum Einsatz kommen. Denn überall dort, wo nicht viele Menschen langlaufen, wird Wildwuchs zum Problem. Bislang setzt die Stadt auf solchen Flächen eine sogenannte Wildkrautbürste ein. Das Gerät sieht einem Rasenmäher ähnlich, mäht den Bewuchs aber nicht ab, sondern kratzt ihn aus den Fugen. Dabei werden die Wurzeln jedoch nicht beschädigt, sodass die Pflanzen relativ schnell wieder sprießen. Außerdem sei nicht jede Fläche für das relativ grobe Verfahren geeignet.

Ergebnis wird beobachtet

Anders solle das bei der Unkrautbekämpfung auf Heißwasserbasis sein. „Dabei kommt 95 bis 98 Grad heißes Wasser zum Einsatz, wodurch auch die Wurzeln vernichtet werden, sagt der Hersteller des Geräts.“ Ob die Methode wirklich nachhaltig wirkt – das soll in den kommenden Wochen beobachtet werden.

In Malchin wurde auch mal darüber nachgedacht, ein Heißwassergerät einzusetzen. Dort entschied sich die Stadt aber dagegen, weil der Apparat zu teuer sei. Dort sind die Bauhof-Mitarbeiter weiter mit Hacke, Harke und Schippe unterwegs. Da aber in Neustrelitz „alles immer toll aussehen soll“, wie Petra Ludewig sagt, ist das manuell kaum zu schaffen.

Mit dem Verbot von Glyphosat und anderen Giften, das die Stadtvertreter zu Jahresbeginn für alle stadteigenen Flächen verhängt haben, haben die aktuellen Überlegungen nichts zu tun. Die Stadt setzt schon seit Jahren kein Glyphosat und andere Substanzen mehr ein. Das Verbot ist für jene gedacht, die zum Beispiel städtische Kleingärten gepachtet haben oder innerstädtische Gehwege vor ihren Häusern pflegen.