LEICHENFUND BEI NEUSTRELITZ

▶ Lagen die Toten schon mehr als ein Jahr im Wald?

In einem Wald im Süden von Neustrelitz wurden zwei Tote gefunden. Bisher ist noch nicht viel bekannt. Der Zustand der Leichen lässt offenbar keine schnellen Rückschlüsse zu.
Der Einsatz im Wald bei Neustrelitz zog sich über viele Stunden.
Der Einsatz im Wald bei Neustrelitz zog sich über viele Stunden. Robin Peters
Die Beamten der Kriminaltechnischen Untersuchung konnten erst zu den Leichen, als die Feuerwehr ihnen den Weg freischlug.
Die Beamten der Kriminaltechnischen Untersuchung konnten erst zu den Leichen, als die Feuerwehr ihnen den Weg freischlug. Robin Peters
Die Ortsfeuerwehr Strelitz-Alt unterstützte die Polizisten.
Die Ortsfeuerwehr Strelitz-Alt unterstützte die Polizisten. Susan Ebel
Neustrelitz.

Ein Spaziergänger hat am Donnerstagnachmittag eine grausame Entdeckung gemacht: Zwei Tote spürte sein Hund im dichten Unterholz in einem Waldgebiet in der Nähe des Bürgerseewegs in Neustrelitz auf. Das Gebiet neben dem Gelände vom Immergut-Festival war so unwegsam, dass an die beiden Körper zunächst kaum ranzukommen war. Die Kameraden der Feuerwehr aus Altstrelitz schlugen bis in die dunklen Abendstunden eine Schneise durch das Gestrüpp, damit die Beamten der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) überhaupt einen Blick auf die Leichen werfen konnten.

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Immerhin gelang es den schweren Feuerwehrautos, bis wenige Hundert Meter an den Fundort heranzufahren – diese Option wusste zu Beginn aufgrund des weichen, hügeligen Untergrunds keiner einzuschätzen. Auch die Mordkommission rückte an, um allen möglichen Hintergründen nachzugehen.

Keine offenen Vermisstenfälle

Vermisst wird in der Gegend offenbar niemand. Ersten Mutmaßungen zufolge könnte es sich bei den Toten um eine Frau und einen Mann handeln, die schätzungsweise schon mehr als ein Jahr im Wald liegen. Bestätigen konnte das die Polizei am Abend allerdings noch nicht. Denn das dichte Gestrüpp ließ lediglich erkennen, dass es sich um Erwachsene handelt. Nicht einmal ein Geschlecht konnte den Leichen in den ersten Stunden zweifelsfrei zugeordnet werden. „Die Gesichter sieht man im Unterholz nicht”, so der Neustrelitzer Kripo-Chef Uwe Romer. Der Fundort spreche allerdings nicht für ein Gewaltverbrechen.

Todesursache unklar

Die Ortsfeuerwehr Strelitz-Alt unterstützte die Polizeibeamten mit drei Fahrzeugen und 15 Kameraden – und sorgte nicht nur für einen freien Zuweg, sondern beleuchtete stundenlang die Fundstelle. Einige Helfer wärmten sich bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt mitunter in den Fahrzeugen wieder auf und sammelten bei Mineralwasser ihre Kräfte.

Trotz der gespenstischen Stille in dem dunklen Waldstück begegneten die Einsatzkräfte der Ausnahmesituation nicht mit Hektik oder Anspannung. Holger Bähr von der Neustrelizer Polizei blieb durchgehend ruhig und konzentriert: „Hier ist doch schon alles passiert.” Zur Todesursache wollte sich die Polizei zunächst noch nicht äußern – die Ermittlungen gingen in alle Richtungen. Ein Suizid sei möglich.

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Zwar ist die Todesursache in diesem Fall noch nicht geklärt, aber erlauben Sie uns dennoch folgenden Hinweis: Im Normalfall berichtet der Nordkurier nicht über Selbsttötungen. Ausnahmen bilden unter anderem Fälle, die sich in der Öffentlichkeit abspielen und die somit von vielen Menschen beobachtet werden.

Falls Ihre eigenen Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie mit anderen Menschen darüber! Es gibt zahlreiche, auch anonyme Hilfsangebote. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Der Anruf ist kostenlos und taucht nicht in der Telefonrechnung auf.

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