AUKTION IN BERLIN

Junge Familie schnappt sich das Carpiner Schnäppchenhaus

Das einstige Gemeindehaus in Carpin hat neue Besitzer. Die Immobilie wurde kürzlich in Berlin versteigert.
Von Ingmar Höfgen und Heike Sommer Von Ingmar Höfgen und Heike Sommer
Das ehemalige Gemeindehaus in Carpin kam erneut unter den Hammer.
Das ehemalige Gemeindehaus in Carpin kam erneut unter den Hammer. Susanne Böhm
Carpin.

Freudig-verwundert – so lässt sich am ehesten der Ausdruck auf den Gesichtern jenes Paares beschreiben, die bei einer öffentlichen Versteigerung das frühere Dorfgemeinschaftshaus in Carpin ersteigerten. „Bietet jemand mehr als 19 000 Euro“, fragte Auktionator Carsten Wohlers mehrfach in die Runde der rund 120 Zuschauer im Berliner abba-Hotel. Aber tatsächlich wollte das niemand mehr. Und so gab es den Zuschlag zugunsten des Paares, das nur 1000 Euro mehr als das Mindestgebot zahlen musste. Das Haus soll privat genutzt werden – dort will die Familie mit ihren Kindern einziehen; es sei aber auch einiges zu tun, sagten beide dem Nordkurier.

Mehr, als dass sie aus einem der Nachbarorte kämen, wollten sie kurz nach dem erfolgreichen Kauf nicht verraten. Und der Preis? „Wir konnten es gar nicht fassen“, jubelte die Frau. Zusätzlich müssen sie noch 11,9 Prozent als Courtage, 5 Prozent Grunderwerbssteuer sowie Notarkosten aufbringen.

Ursprünglich ein Stall

Das um 1908 errichtete Gebäude war ursprünglich ein Stall, ehe es später umgenutzt wurde. In den 1990er Jahren wurde es laut Exposé modernisiert. Zur Versteigerung gestellt hatte es jetzt ein privater Eigentümer, der das Haus von der Gemeinde erworben hatte, hieß es beim Auktionshaus. Die Gemeinde hatte sich von dem Haus getrennt, weil die Instandhaltungskosten die finanziellen Möglichkeiten übertrafen. „Als es hieß, wir müssten 80 000 Euro aufbringen, um die aufgetretenen Mängel zu beseitigen, haben wir uns zum Verkauf entschieden“, sagt Bürgermeisterin Karin Doster Di-Rosa.

Der Schritt fiel um so leichter, weil auch einer der Hauptmieter, die Carpiner Wohnungsgesellschaft, ausziehen wollte. Für 70 000 Euro sollte das Haus verkauft werden. „Ein Gutachter hatte diesen Wert ermittelt“, sagt die Bürgermeisterin. Als nach mehreren Anläufen, das Gemeindehaus immer noch zum Verkauf stand, gab die Gemeinde es zur Versteigerung. Vor einem Jahr fiel der Hammer bei 27 000 Euro.

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