PROTESTBEWEGUNG

In Schwarz sehen Bürger beim Thema Windkraft rot

Im Süden der Seenplatte formiert sich Protest gegen ein neues Windenergiefeld bei Schwarz. Die Bürger sehen Gefahren für die Natur und den Tourismus. Handeln, bevor es zu spät ist, lautet nun die Devise.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Dieses Bild soll es in der Gemeinde Schwarz am Südrand der Seenplatte möglichst nicht geben. Dafür will sich jetzt eine Bürgerinitiative einsetzen.
Dieses Bild soll es in der Gemeinde Schwarz am Südrand der Seenplatte möglichst nicht geben. Dafür will sich jetzt eine Bürgerinitiative einsetzen. Bernd Wüstneck
Schwarz.

Ganz im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte wollen Einwohner aus Schwarz und umliegenden Dörfern am Freitagabend eine Bürgerinitiative gründen. Sie wollen auf diese Weise ihre Kräfte bündeln, um gegen einen möglichen Windkraft-Ausbau vor ihrer Haustür zu kämpfen. „Wehret den Anfängen!“, sagt Anette Schlumbach aus Schwarz, die zu den Initiatoren gehört. Die Devise laute, sich rechtzeitig in die Spur zu begeben, bevor es am Ende zu spät sei.

So richtig wissen die Bürger von Schwarz und den umliegenden Dörfern dabei nicht, woran sie in Sachen Windpark-Pläne gerade sind. Welche Vorhaben von Investoren vorliegen, geschweige denn wie weit mögliche Planungen bereits vorangeschritten sind, sei nicht zu erfahren, sagt Schlumbach. Fest stehe hingegen, dass eine Fläche zwischen Buschhof und Schwarz als sogenanntes Windeignungsgebiet in Frage kommen könnte. Das sieht die Fortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramm (RREP) vor.

Auch Nachbarorte wollen Windräder nicht hinnehmen

Fest stehe zudem, dass größere Windräder zwischen Buschhof und Schwarz, wo bereits zwei kleinere Anlagen stehen, von einem Großteil der Bevölkerung vor Ort abgelehnt werden. Im Übrigen würden auch die südlichen Nachbarn im brandenburgischen Zempow den Ausbauplänen ablehnend gegenüber stehen. Um dem Protest stärkeren Ausdruck zu verleihen, werde sich am Freitagabend die Bürgerinitiative in der Alten Schmiede von Schwarz gründen, kündigte Schlumbach an. Das Treffen startet um 19 Uhr, alle interessierten Bürger sind willkommen.

„Wir haben hier über Jahre hinweg einen sanften Tourismus aufgebaut. Hier brütet der Rotmilan und ein Seeadlerpaar, außerdem gilt die Region als Rastplatz für Tausende Kraniche und Wildgänse“, berichtet die Schwarzerin. Das alles würde ein Windpark gefährden. Die Initiatoren des Protestes seien dabei nicht grundsätzlich gegen die Windenergie. Allerdings müsse erkannt werden, dass die Anlagen nicht in jede Region passen, vor allem nicht in Urlaubergebiete, sagte Schlumbach.

„Freier Horizont” unterstützt Protest

Die Schwarzer Gemeindevertretung lehne laut Schlumbach einen Windpark zwischen Buschhof und Schwarz ab. Im Vorjahr hatte zudem der Lärzer Bürgermeister angekündigt, dass man auch als direkt betroffene Nachbargemeinde die Windräder nicht hinnehmen werde. „Schon vor einigen Jahren hat die Gemeindevertretung Lärz einen Beschluss verabschiedet, keine Windparks um Umkreis haben zu wollen. Wir haben uns hier für eine touristische Entwicklung entschieden und sind diesen Weg gegangen. Aber die Windparks mit ihren riesigen Windrädern würden diese Entwicklung behindern“, erklärte damals Hartmut Lehmann (CDU).

Bei der Gründungsveranstaltung wird heute Abend auch ein Mitglied von der Wählergemeinschaft „Freier Horizont“ erwartet, um über das Thema aufzuklären und Erfahrungen einzubringen. Das Windkraftgegner-Bündnis ist mit zwei Sitzen im neuen Kreistag Mecklenburgische Seenplatte vertreten.

 

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Kommentare (1)

Wird auch mal an die hier lebenden Menschen gedacht? Die wunderschöne Heimat verschandeln, den Strom in die Erde leiten, da ständige Überproduktion. Der Süden Deutschlands verweigert die Annahme!
Fahren Sie doch einmal die A 20 von Prenzlau bis Jarmen, dann begreift es wohl jeder!
Zum Heulen ist das!