Kostümfest

Im Kulturhaus Voigtsdorf steppt wieder der Bär

Den Festsaal zu retten, war die eine Seite. Die andere ist, das Haus auch mit Leben zu füllen. Inzwischen sind die ersten Veranstaltungen über die Bühne gegangen – und das mit viel Zulauf.
Von Ulrich Krieger Von Ulrich Krieger
Tobias Lemke Tobias Lemke
Nach einer gut besuchten Silvesterparty fand auch das erste Kostüm- und Kappenfest in Voigtsdorf viel Zuspruch. Die Tanzfläche war immer gut gefüllt.  
Nach einer gut besuchten Silvesterparty fand auch das erste Kostüm- und Kappenfest in Voigtsdorf viel Zuspruch. Die Tanzfläche war immer gut gefüllt. Ulrich Krieger
1
SMS
Voigtsdorf.

Volltreffer. Mit ihrem ersten Kostüm- und Kappenfest haben die Voigtsdorfer am Samstagabend ins Schwarze getroffen. Dabei war ein Abriss des inzwischen wieder auf Vordermann gebrachten Festsaals fast schon beschlossene Sache. Dass es nicht dazu kam, ist vor allem dem Verein „Voigtsdorfer Rettungstrupp“ zu verdanken. Der Verein hat das einstige Kulturhaus des Dorfes vor einigen Jahren gepachtet und sich an die Renovierung gemacht.

Mit beachtlichen 45 Mitgliedern – immerhin gilt der Ort mit etwas mehr als 100 Einwohnern als kleinste Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern – ist der „Voigtsdorfer Rettungstrupp“ nun zum Kulturverein geworden und will so Einiges auf die Beine stellen. Denn nicht nur die bauliche Hülle gilt es zu retten, sondern auch das dörfliche Leben mit kulturellen Veranstaltungen wollen die Trupp-Mitglieder aktiv erhalten. Dabei geht Bürgermeisterin Isolde Deutschmann mit bestem Beispiel voran, denn sie hat in dem kleinen Ort die Fäden bei jeder Veranstaltung in den Händen, wobei sie von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr tatkräftig unterstützt wird.

„Es ist ein Versuch”

Schon mit der sehr gut besuchten Silvesterveranstaltung 2018 seien wieder Leben und Trubel in die Räume eingezogen. Die Voigtsdorfer wollen aber noch andere Traditionen aufleben lassen, so die Faschingsparty, welche nun erstmals seit Langem wieder gefeiert wurde. „Es ist ein Versuch und wir hoffen, es entwickelt sich positiv“, sagt Vereinsvorsitzender Udo Krüger. Immerhin rund 50 Besucher, fast alle in bunten Kostümen, folgten der Einladung und brachten Stimmung in die Bude. Für die passende Partymusik sorgte die Woldegker Band „Rockbar“, die die Gäste schnell auf Hochtouren brachte.

Zu ihnen gehörten auch Bärbel Klasing und Tochter Rebecca aus Schönbeck. Beide waren verkleidet – als Pippi Langstrumpf und sie fielen schon durch ihre prächtigen Frisuren auf. „Wir wohnen noch nicht lange hier. Die Liebe brachte uns in die Gegend und es gefällt uns hier sehr gut. Da wir sehr gern tanzen, mussten wir beide nach der erfolgreichen Silvesterfeier unbedingt auch beim Kostümfest dabei sein“, war das Duo sich einig. Da in Voigtsdorf nichts dem Zufall überlassen wird, durfte auch der göttliche Segen für dieses Kostümfest nicht fehlen. Mit „Hochwürden“ Burghard Reichard und seiner „Haushälterin“ bzw. Ehefrau Heike, war auch dieser Punkt abgesichert. „Mit solchen Veranstaltungen bringen wir wieder Schwung in den Ort. Weitere Termine sind schon in Planung“, sagt Burghard Reichard. Auf das Erreichte und den Verein könne das Dorf stolz sein.

Keine Eintagsfliegen

Silvester- und Faschingsfete sollen keine Eintagsfliegen bleiben. „Wir müssen immer wieder versuchen, die Leute hinterm Ofen hervorzulocken“, sagt Isolde Deutschmann. Andererseits kam das Interesse quasi von ganz allein. „Als wir mit dem Saal fertig waren, kamen die Anfragen nach dem Motto: Wollt ihr jetzt nicht öfter was machen?“, berichtet die Bürgermeisterin. Für das aktuelle Jahr haben die Voigtsdorfer so noch viel im Veranstaltungskalender zu stehen. Schon im nächsten Monat geht es am Sonnabend, dem 9. März, mit einer Frauentagsfeier im Kulturhaus weiter. Anfang Juli wird das Dorffest gefeiert. Und neben einen Tanz in den Mai sei auch noch ein Tanz in den November geplant.

Kommentare (1)

Absolute Hochachtung! Ein super Beispiel für dörfliche Gemeinschaft, wie sie da in Voigtsdorf gelebt wird. Und mit dem Verein in Bezug auf den Saal eventuell auch Ansporn in anderen Gemeinden und Ortsteilen zur Rettung von weiteren ehemaligen Kulturhaeusern in den Dörfern unseres Amtsbereiches.