REKORDWURF

▶ Hündin bringt in Neustrelitz 19 Welpen zur Welt und stirbt (Video)

Ohne Mutter werden 19 Welpen aufgezogen – alle von einem Wurf. Das ist ohne Hilfe nicht zu schaffen. Schon jetzt sucht man für die Kleinen neue Besitzer.
Heike Sommer Heike Sommer
Cathleen Lenz ist Ersatzmama für 19 Hundewelpen. Die Hündin starb  nach der Geburt.
Cathleen Lenz ist Ersatzmama für 19 Hundewelpen. Die Hündin starb nach der Geburt. Heike Sommer
Vier Mal täglich werden die Welpen gefüttert. Cathleen Lenz püriert dafür  Feuchtfutter mit Milch.
Vier Mal täglich werden die Welpen gefüttert. Cathleen Lenz püriert dafür Feuchtfutter mit Milch. Heike Sommer
Wenn es Futter gibt, sind alle zur Stelle: neun Jungs, zehn Mädchen – alle mopsfidel.
Wenn es Futter gibt, sind alle zur Stelle: neun Jungs, zehn Mädchen – alle mopsfidel. Heike Sommer
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Dass diese Hundebabys allesamt am Leben sind, grenzt an ein Wunder. Als sich am 5. August ihre Geburt ankündigte, ahnte niemand, welch dramatischen Verlauf ihr Start ins Leben nehmen würde. Mit neun Welpen hatte Cathleen Lenz gerechnet. So hatte es das Ultraschallbild gezeigt, dass der Tierarzt vom Bauch ihrer zweijährigen Mischlingshündin Freya – gemacht hatte. Weil der zweite Welpe quer lag und die Geburt ins Stocken geriet, zog man den Tierarzt zurate.

Ein Notkaiserschnitt war geboten. 19 Hundebabys erblicken schließlich das Licht der Welt. „Das war schon ein Schock“, sagt Cathleen Lenz. Die Hündin erholte sich von der Operation nicht und verstarb einen Tag später. Von da an gab es für Cathleen Lenz keine Atempause mehr.

 

 

„Kaum mehr als eine Stunde am Tag geschlafen”

Die Mutter zweier Kinder musste sich um 19 Hundewelpen kümmern. „Ich habe in der ersten Zeit kaum mehr als eine Stunde am Tag geschlafen. Die Welpen wurden alle zwei Stunden mit der Flasche gefüttert. Wenn der Letzte fertig war, konnte ich mit dem Ersten schon wieder beginnen“, sagt sie. Ihr Lebensgefährte unterstützt sie, wo er kann, auch die 13-jährige Tochter bringt sich ein. „Es waren ja noch Ferien“, sagt Cathleen Lenz. Dennoch ist die Aufgabe kaum zu bewältigen. „Ich wollte keinen von den Welpen verlieren, das bin ich ihrer toten Mutter schuldig“, sagt die junge Frau.

Verwandte und Freunde helfen. Aber auch Menschen, die Cathleen Lenz bis dahin nicht kannte, boten ihre Unterstützung an. „In unserer Wohnung war ein ständiges Kommen und Gehen. Füttern, säubern, Milch anrühren, abwaschen, füttern, säubern. „Welpen können sich anfangs nicht selber entleeren, wir haben sie über die Toilette gehalten und mit einem Wattestäbchen stimuliert“, erklärt sie.

Nadine Makollus gehört zu jenen Helferinnen, die regelmäßig zur Stelle sind. „Das ist schon eine besondere Leistung. Ich kenne keinen Fall, bei dem ein so großer Wurf komplett überlebt hat“, sagt sie. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Verein „Bodeguero in Not“, der sich für Hunde dieser Rasse einsetzt.

Umzug von Neustrelitz nach Userin

Nadine Makollus startet einen Hilferuf über die sozialen Netzwerke. „19 Welpen verputzen ja Unmengen von Futter – und der Bedarf steigt täglich. Das sind immense Kosten. Ganz zu schweigen von den Kosten für Impfung und Entwurmung. Jede Spende hilft da“, sagt sie. Zur Verdeutlichung: 570 Dosen a 800 Gramm Feuchtfutter reichen für 30 Tage. Inzwischen sind die Welpen von der 60-Quadratmeter-Wohnung in Neustrelitz aufs Land gezogen. Sie leben in Userin auf dem Hof eines Verwandten. Hier versorgt Cathleen Lenz sie weiterhin stundenweise.

Neue Besitzer gesucht

Andere Helfer wechseln sich ab. Mit ihren sechs Wochen sind die Welpen – zehn Mädchen und neun Jungs – schon recht mobil. Sie brauchen Beschäftigung, Anregung, Kontakt zu verschiedenen Menschen. Denn mit acht Wochen können sie an neue Besitzer abgegeben werden. „Das ist eine riesige Herausforderung, die Welpen werden einmal große Hunde. In ihnen stecken Gene vom Boxer, vom Bullmastiff, Cane Corso und vom Münsterländer“, sagt Nadine Makollus und fügt hinzu: „Das sind alles Rassen, die eine konsequente Führung benötigen.“ Gesucht werden erfahrene Hundehalter. „Am besten wäre es, wenn die Welpen zu Familien mit Haus, Hof und Hund kämen“, sagt sie.

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