Karnevalssaison

:

Der FKK schweigt sich übers Motto aus

Jakob Preß hatte zusammen mit Reiner Stöhring am 11.11. schon im vergangenen Jahr einen Auftritt vor dem Feldberger Rathaus (Archivbild).  
Jakob Preß hatte zusammen mit Reiner Stöhring am 11.11. schon im vergangenen Jahr einen Auftritt vor dem Feldberger Rathaus (Archivbild).
privat

Die närrische Saison startet pünktlich vor dem Feldberger Rathaus. Und Musik wird auch gemacht, aber welcher Titel ausgewählt wurde, das möchte niemand sagen.

Ein bisschen ist in Feldberg alle Jahre wieder am 11.11. um 11. 11 Uhr Bescherung angesagt. Die große Karnevalistenfamilie mit ihrer weitläufigen Verwandtschaft findet sich in alter Tradition zwar nicht im Wohnzimmer, aber dafür vor dem Feldberger Rathaus ein. Dort kommt dann nicht nur der Rathausschlüssel in närrische Hände, es wird auch beschert – das Geheimnis um das „Geschenk“ wird gelüftet. Dabei handelt es sich schlicht und einfach um das Motto für die neue und nunmehr 53. Karnevalssaison. Das Motto fällt auch in diesem Jahr unter strenge Geheimhaltung. Nur Insider wissen Bescheid.

Besonderer Schlachtruf

Wer nicht dichthält, bekommt Ärger, sagt Carsten Becker, Sprecher des Feldberger Karnevalsvereins FKK und man möchte es glauben. Im Gegenteil zum jährlich wechselnden Motto ist der Schlachtruf auch in diesem Jahr die Konstante im närrischen Alltag. Der FKK jedenfalls zieht ab Sonntag wieder mit seiner für Außenstehende möglicherweise wunderlichen Kombination aus Buchstaben um die Häuser: Schlaewitzberg huneu! Wer es immer noch nicht weiß: Es handelt sich hier um die Verknüpfung von Silben aus den einstigen Ortsteilen von Feldberg: Schlicht, Laeven, Carwitz, Hullerbusch, Neuhof, Feldberg ...

Nach der Fusion ist eigentlich alles anders

Der Spruch ist allerdings nicht mehr ganz aktuell. Denn vor fast 20 Jahren gab es eine Fusion zur Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. 27 Ortsteile lassen sich seitdem auflisten. Ob es für die Träger von Humor und Bespaßung sinnvoll ist, aus diesem Konglomerat ein neues Motto zu zelebrieren, hat sich noch nicht herumgesprochen. Vielleicht auch besser so – Klassiker bleibt Klassiker.

Am Sonntag jedenfalls wird vor den Stufen des Rathauses wieder Hochbetrieb herrschen. Ganz oben auf dem Treppchen soll dann auch Jakob Preß stehen. Der 21-jährige Feldberger gehört zu den Hoffnungsträgern unter den seit über 50 Jahren wirkenden Karnevalisten. „Ich bin der Zweitjüngste“, bekennt Preß.

2017 zum ersten Mal ein Solo

In der vergangenen Saison hatte er zum ersten Mal ein Solo während der Abendprogramme im Stieglitzenkrug. Da ging es um die Mühen eines Anrufers, der einen Notfall melden wollte, aber an allen möglichen Formalitäten scheiterte. Aufgeregt war er schon, aber „wenn Du spürst, dass der Funken überspringt, legt sich das Lampenfieber“, bekennt der junge Mann, der bei den Stadtwerken Neubrandenburg eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Zum Auftakt am 11.11. wird Preß am Sonntag mit Vizebürgermeister Reiner Stöhring auch wieder musikalisch aktiv. Das hat im vergangenen Jahr schon gut geklappt, erinnert sich der Jung-Karnevalist, der privat auch Musik macht. Er gehört zur Band Fernläuten aus Neustrelitz, war Musikschüler bei kon.Centus und Abiturient im Carolinum.

Auch das Liedgut bleibt geheim

Auf der Treppe vor dem Rathaus erklang im vergangenen Jahr ein Medley unter anderem mit der Melodie aus „Ein Bett im Kornfeld“. Was es in diesem Jahr auf die Ohren gibt, da verhält es sich ähnlich, wie mit dem Karnevalsmotto. Verraten wird noch nichts. Nur so viel sagt Jakob Preß: „Die Lieder werden bekannt sein, man kann mitsingen und mitklatschen.“ Der Text wird allerdings noch bis zum Sonntag dem Karnevalsmotto angepasst. Da ist zwar nicht mehr viel Zeit, aber „wir schaffen das“, ist sich Jakob Preß sicher. Wer wissen will, was da gesungen und gemottot wird, sollte am Sonntag zur rechten Zeit am rechten Ort sein.