NEUE ANGEBOTE

Wieder Studium für Bauingenieure in Neubrandenburg

Fast zehn Jahre nach dem Abzug nach Wismar soll in Neubrandenburg wieder ein Studiengang für die Baubranche starten. Allerdings lebt die Tradition nicht vollständig wieder auf.
Das Kabinett hat der Einrichtung eines einjährigen Orientierungsstudiums für Bauingenieure an der Hochschule Neubran
Das Kabinett hat der Einrichtung eines einjährigen Orientierungsstudiums für Bauingenieure an der Hochschule Neubrandenburg zugestimmt. NK-Archiv
Neubrandenburg.

Die Landesregierung unternimmt offenbar verstärkte Anstrengungen für den Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Speziell mit dem Hinweis auf den Fachkräftebedarf in der Region habe das Kabinett der Einrichtung eines einjährigen Orientierungsstudiums für Bauingenieure an der Hochschule Neubrandenburg zugestimmt, sagte Rektor Gerd Teschke. Damit macht das Land eine Kehrtwende: 2012 war diese Fachrichtung abgewickelt und nach Wismar verlagert worden, obwohl in Neubrandenburg eine hochmoderne Laborausstattung eingerichtet worden war.

Gegen diesen Schritt hatte vor allem die Bauwirtschaft protestiert, die in der Region um ihren Berufsnachwuchs fürchtete. Mit der Rückbesinnung auf die Tradition, die zu DDR-Zeiten durch die Ingenieurschule für Bauwesen Neustrelitz begründet worden war, wolle das Land dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenwirken, sagte Teschke. „Wir können dem Bauingenieurwesen wieder ein Eingangstor in Neubrandenburg öffnen“, erklärte der Rektor. Weil die meisten Studenten aus einem Umkreis von 150 Kilometern stammten, sei das Angebot insbesondere für junge Leute aus der Region attraktiv.

Der neue Studiengang, der im nächsten Jahr starten soll, werde unter dem Namen BLU (Bauen, Landschaft, Umwelt) gemeinsam mit der Hochschule Wismar und der Uni Rostock entwickelt. Dabei gehe es insbesondere um den Städtebau von morgen, der zum Beispiel den Klimawandel einbeziehe. Den Plänen zufolge würden in Neubrandenburg die Grundlagen für den Beruf gelegt, zugleich sei aber ein Wechsel in andere Fächer möglich, ohne dass sich die Regelstudienzeit verlängere. Die Ausbildung zum Bachelor werde dann in den folgenden beiden Jahren in Wismar oder Rostock vervollständigt, so der Rektor.

Auch neuer Studiengang für die Pflegeberufe

Noch in diesem Jahr könne außerdem die Hochschule als erste in MV und eine von wenigen bundesweit mit Finanzierung des Landes den neuen Studiengang zum Pflegefachmann/Pflegefachfrau starten, kündigte Teschke an. „Damit soll der Beruf des Altenpflegers auch für Abiturienten attraktiver werden, die oft statt einer Lehre eine Hochschulausbildung wünschen“, sagte er. Mit dem Studiengang werde das seit Jahresbeginn geltende Gesetz zu Pflegeberufen umgesetzt, mit dem gegen den Pflegenotstand angekämpft werden solle.

Die Landesregierung erkenne damit die in den vergangenen 25 Jahren bewiesene Qualität der Gesundheitsstudiengänge in Neubrandenburg an. „Das heißt, dass es keinen befristeten Modellversuch geben wird, sondern wir gleich durchstarten können“, so Teschke. Das Land finanziere dafür eigens ein Pflegelabor. Das diene der praktischen Ausbildung, die mehr als die Hälfte der Studienzeit umfasst. Der Praxisanteil werde zudem durch Zusammenarbeit mit dem Neubrandenburger Klinikum, der Unimedizin Greifswald und ambulanten Pflegeanbietern geleistet.

Die Hochschule Neubrandenburg habe trotz deutlich weniger Schulanfängern die Zahl der Studierenden bei rund 2200 halten können. Knapp 70 Prozent der Studenten kommen aus Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg.

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Kommentare (2)

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der optische Eindruck der Hochschule und insbesondere der Wohnheime die Entscheidung dort zu studieren und zu wohnen, stark beeinflusst.

Ich würde mir für die Stadt sehr wünschen, wenn die Studentenwohnheime von außen schick gemacht werden würden.

Ganz ehrlich, wenn ich dort studieren und wohnen möchte und die Wohnheime sehe, dann lieber doch nicht. Gibt ja überall die Möglichkeit.

Also ganz einfach die Häuser von außen schick machen und das Gesamtbild für Studenten und Stadtbewohner verbessert sich ungemein, gerade an der idyllischen Seenähe! Glaube, das würde sich positiv für die HS auszahlen.

Wird bzgl. der neuen Studienmöglichkeiten auch Personal eingestellt?

MfG

Man könnte die Studentenwohnheime von Sprayern bearbeiten lassen. So Motive wie Wasser, Möven, Strand usw.

Motive, die das Land ausmachen, wären schön.

MfG