Fußball
Ufo päppelt den Fußball-Rasen auf

Im Wachstumslicht: Ricardo Stange (rechts) und Stefan Sturm. 
Im Wachstumslicht: Ricardo Stange (rechts) und Stefan Sturm.
Roland Gutsch

Im Neubrandenburger neu.sw-Stadion haben die Fußballer für Niederlagen keine Ausreden mehr – an der Beschaffenheit des Spielfeld liegt’s nicht. Die Rumpel-Rasen-Zeiten sind hier vorbei.

Wenn die Verbandsliga-Kicker vom 1. FC Neubrandenburg 04 am Samstag (13 Uhr) ihr letztes 2018er-Spiel daheim gegen den Rostocker FC (13 Uhr) gewinnen, so liegt das auch am Rasen im neu.sw-Stadion. Sollten sie – was der Fußballgott verhüten möge! – den Kürzeren ziehen, ist der Rasen ganz bestimmt nicht daran schuld. Denn: Der ist super.

FCN-Trainer Mike Hinz: „Man sollte nicht immer nur meckern, sondern auch loben, wenn es was zu loben gibt. Die Qualität der Spielfläche hat sich enorm verbessert. Das ermöglicht uns, den Fußball zu spielen, den wir uns vornehmen.“ Weitere Vereine, die in der wichtigsten Viertorestädter Fußball-Arena zugange sind, äußern sich ähnlich anerkennend.

Das geht Ricardo Stange runter wie Öl. Der Chef der Grünanlagen-Firma Stange, Auftragnehmer von dem – auch für das neu.sw-Stadion zuständigen – städtischen Eigenbetrieb Immobilienmanagement, hört die warmen Worte gern. Zumal das Grün auf jenem Fußball-Feld in der Vergangenheit bisweilen ein heikles Thema war. Von einem „Acker“ oder „Rumpel-Rasen“ redet nun keiner mehr. „Wir haben in Technik investiert, das zahlt sich aus“, so Stange. „Der Rasen ist jetzt bundesligareif.“

Was vor allem auffällt: Eine neu angeschaffte Lichtanlage, die inklusive Wachstumsfolie unwissende Passanten im Dämmer schon mal an eine Ufo-Landung denken lassen kann. Stange erklärt: „Die tut dem Rasen richtig gut. Sie simuliert ihm im Frühjahr und Herbst mittels Licht-Zufuhr am Morgen und Abend: Es ist Sommer, die Tage sind lang, du musst wachsen!“ Und das tut er offensichtlich.

Rasenaustausch ist Geschichte

Während andernorts Torräume hoffnungslos zertrampelt sind, sind die in Fußball-Neubrandenburg sogar im Dezember noch intakt. Rasenaustausch-Aktionen sind Geschichte. Dass benachbarte Sportarten die „Ufo“-Aktivitäten bisweilen mit Skepsis beobachten und sich „Sorgen“ um erhöhte Ausgaben der Stadt machen, ist laut Stefan Sturm – beim Eigenbetrieb für Sportstätten verantwortlich – nicht notwendig. „Das ist alles mit der Ausschreibung klar geregelt“, so Sturm.

In puncto Rasen-Aufpäppelung bekamen die Neubrandenburger im vorigen Frühling wertvolle Tipps. Im neu.sw-Stadion sollten die Qualifikationsspiele zur U 17-Juniorinnen-EM steigen, die Witterungsbedingungen waren mies. Da freute man sich über den Kontakt mit den Greenkeepern von Bundesligist RB Leipzig, hergestellt vom Deutschen Fußball-Bund. „Später waren wir dann selbst in Leipzig, uns wurde in der Red Bull Arena alles gezeigt“, erzählt Ricardo Stange.

Das Resultat: Die Firma schaffte sich ein Exemplar bewusster Lichtanlage an. Und zudem eine mobile UVC-Anlage, die den Pilzbefall des Rasens verhindern soll. Stange: „Über ein elektronisches Vorhersage-Modul erfahren wir, welche Sporen gerade in der Luft sind. Es sind rund 200 Pilzarten erfasst. Und wir reagieren dann mit dem entsprechenden Licht-Einsatz. Komplett ökologisch.“