WENIGER SCHULDEN ALS GEPLANT

Stößt sich Neubrandenburg auch an den Parkgebühren gesund?

Die Parkgebühren in der Stadt sollen steigen. Bloß warum? Denn eigentlich ist das Geschäft mit abgestellten Autos schon jetzt ziemlich profitabel.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Immer gut belegt, der Parkplatz am Pferdemarkt in Neubrandenburg. Die Stadt plant, die Immobilie an einen privaten Investor zu
Immer gut belegt, der Parkplatz am Pferdemarkt in Neubrandenburg. Die Stadt plant, die Immobilie an einen privaten Investor zu verkaufen. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Das Unterhalten von Parkplätzen im Auftrag der Stadt ist in Neubrandenburg ein lohnendes Geschäft. Für die Bewirtschaftung der großen Autoabstellflächen, wie etwa den sogenannten Divi-Parkplatz am Stargarder Tor oder den Parkplatz am Pferdemarkt oder auch die Tiefgarage unter dem Marktplatz, sorgt eine hundertprozentige Tochter des städtischen Wohnungsunternehmens Neuwoges – die Immobilien Reparatur- und Servicegesellschaft mbh. Und die, so erfuhr der Nordkurier von einem Mitglied des Aufsichtsrates der Neuwoges, mache im Jahr ungefähr 300.000 Euro Gewinn. Aber, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung, die Bewirtschaftung der Parkplätze sei nur eines von vielen Geschäftsfeldern der Servicegesellschaft.

Schuldenabbau womöglich schon vor dem Jahr 2027

In der Beschlussvorlage für die Stadtvertretung heißt es unter anderem, die Notwendigkeit der Gebührenerhöhung ergebe sich aus den stetig steigenden Bewirtschaftungskosten: Die Stadt rechnet nach der mit knapper Mehrheit angenommenen Tariferhöhung mit 30.000 Euro Mehreinnahmen aus den vier Parkplätzen Tilly-Schanzen-Straße, Pferdemarkt, Woldegker Straße und Divi. 80.000 Euro zusätzlich sollen die Mehreinnahmen aus der Tiefgarage unter dem Marktplatz in die Stadtkasse spülen und etwa 65.000 Euro soll die Erhöhung des Abrechnungstaktes von einer halben Stunde auf eine volle Stunde in der City erbringen.

Die Tiefgarage allein, so hieß es in einer Antwort aus dem Neubrandenburger Rathaus, soll aber im Jahresabschluss 2018 ein leicht negatives Betriebsergebnis erzielt haben. Hinter der Preisanhebung, so vermuten Stadtvertreter, die sich am Donnerstag dagegen ausgesprochen haben, stecke auch der Ehrgeiz, die Stadt Neubrandenburg noch schneller als geplant schuldenfrei dastehen zu lassen. Ursprünglich verbarg sich hinter dem Haushaltskonsolidierungskonzept ein Zehn-Jahres-Plan. Spart die Stadt aber so weiter wie in den vergangenen Jahren – und dazu zählen auch Gebührenerhöhungen –, könne der einst 90 Millionen Euro hohe Schuldenberg nicht erst 2027, sondern möglicherweise sogar noch in der derzeitigen Amtszeit von Oberbürgermeister Silvio Witt auf Null geschmolzen sein. Witts derzeitige Amtsperiode endet 2022.

Massive Kritik an Erhöhung der Parkgebühren?

Geplant ist allerdings auch weiterhin der Verkauf der städtischen Parkplätze am Pferdemarkt sowie in der Woldegker Straße. Bis das so weit ist, gilt weiter die Gebührenordnung der Stadt. Pessimisten befürchten jetzt schon, dass das Parken bei einem Verkauf noch teurer werden könnte. Im Vorfeld der Parkgebühr-Erhöhung, die vor allem mit den Stimmen der CDU und AfD zustande kam, hatte es massive Kritik daran gegeben. Besonders der schlechte Zustand des Divi-Parkplatzes würde das nicht rechtfertigen.

Bei der Bemessung der neuen Tarife hat die Stadt nach eigenen Angaben Vergleiche mit anderen Anbietern und Städten gezogen.

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Kommentare (5)

Einfach mal bei der Wahrheit bleiben.
1. CDU und AfD haben keine Mehrheit
2. Die Parkplatzbewirtschaftung erwirtschaftet eben keine wirklichen Gewinne und deshalb sind die Gebührenanhebungen notwendig um Technik in der Tiefgarage und neue Parkscheinautomaten zu beschaffen.
3. Die Alternative dazu wäre der Verkauf der Parkflächen an private Investoren. Da wären deutlich höhere Gebühren die Folge.
Wollen Sie das Herr Beigang ?

Herr Beigang, vielleicht können Sie beim nächsten mal einfach den Gesamtfakt darstellen.

Und warum soll die Allgemeinheit das herum kurven mit privaten PKW keine hohen Parkgebühren verlangen. Eigentlich müsste der Satz bei 3,80€ pro Stunde gelten, doppelt so hoch wie ein Busticket. Nur mit dem Griff in Geldbeutel bekommt man die Autofahrer um erzogen.Sonst fahren sie noch zum scheißen mit dem Auto.

Warum wollen Sie Autofahrer dazu erziehen, kein Auto zu fahren? Wer erzieht Radfahrer und Fußgänger, nicht Rad zu fahren oder nicht zu Fuss zu gehen? Wer erzieht Busfahrer, Busse stehen zu lassen? Glauben Sie ernsthaft, wenn ich in Ihren Geldbeutel greife, dass ich das tue, um Sie zu erziehen?

Im Gegensatz zu der Dreckschleuder Auto sind die andren ja wahre Wohltaten. Wenn der Griff tief genug ist in den Geldbeutel ändern sich Gewohnheiten und auch ein Autofahrer überlegt ob er nicht mal mit den Rad zum Einkaufen fährt.

Was glauben Sie, wieviel Menschen täglich auf der Straße mit ungewaschenen Händen herumlaufen und Griffe, Türen, Verkaufswaren, Einkaufswagen u.a. anfassen. Und Sie regen sich wegen gefilterten Autos auf.