BAUARBEITEN VERSCHOBEN

Neubrandenburg findet keine Baufirma für Turmstraße

Dumm gelaufen: Bei der Ausschreibung der Stadt Neubrandenburg fand sich nur ein Bieter, der mit seinen Kosten aber weit über den veranschlagten lag. Umgestaltet wird nun frühestens kommendes Jahr.
Dennis Bacher Dennis Bacher
Anders als geplant wird hier im Jahr 2019 nichts mehr umgestaltet.
Anders als geplant wird hier im Jahr 2019 nichts mehr umgestaltet. Dennis Bacher
Neubrandenburg.

Die Sache war eigentlich längst beschlossen. Im Zeitraum zwischen Vier-Tore-Fest und Weberglockenmarkt, so sah es der Plan der Stadt vor, sollte das östliche Ende der Turmstraße in der Neubrandenburger Innenstadt komplett umgestaltet werden. Doch bislang passierte auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Rathauses nichts. Und so verhält es sich auch noch den Rest des Jahres.

„Die Umsetzung des Bauvorhabens wird auf das kommende Jahr verschoben“, musste Stadtsprecherin Anett Seidel jetzt zugeben. Der Grund: Dem Neubrandenburger Rathaus ist es nicht gelungen, eine Firma zu finden, die den Auftrag ausführt. „An der Ausschreibung“, so Seidel weiter, „hatte sich nur ein Bieter beteiligt, der zudem mit seinen Kosten weit über den veranschlagten lag.“ Aufgrund der mangelnden Vergleichbarkeit und der Preissteigerung wurde die Vergabe daher vorerst zurückgezogen.

Baufirmen am längeren Hebel

Ein weiteres Ausschreibungsverfahren läuft derzeit nicht. Geplant sei, die Maßnahme mit einem längeren Ausführungszeitraum zum Jahresende erneut auszuschreiben. Die Situation ist für die Stadt keine neue. Bereits im vergangenen Frühjahr tat sie sich bei der Suche nach einer geeigneten Firma schwer, als der nördliche Abschnitt der Stargarder Straße zur Sanierung ausgeschrieben wurde. Damals nannte die Stadtverwaltung die sehr hohe Auslastung der wenigen infrage kommenden Bauunternehmen als Grund für die mangelnde Angebotssituation. So verhält es sich offenbar auch diesmal wieder. So ist der Neubrandenburger Baubetrieb NST derzeit beispielsweise mit der Umgestaltung der Bushaltestelle in der Koszaliner Straße beschäftigt. Auch an der Fahrbahnoberfläche der Kranichstraße im Vogelviertel wird im Sommer über einen längeren Zeitraum hinweg gearbeitet. Die Firmen sitzen am längeren Hebel – die Turmstraße bleibt infolgedessen zunächst unverändert.

Gestaltungsstil soll beibehalten werden

Ließe sich im Winter eine Baufirma finden, könnten die Maßnahmen laut Stadt Anfang 2020 starten. Vorgesehen ist im Bereich vom Friedrich-Engels-Ring bis zur Stadtmauer eine Neuordnung der Befestigungsarten, einhergehend mit einer Aufwertung der Turmstraße. Für den Fußgänger, den Rollator-Nutzer und für Familien mit Kinderwagen sollen durch den Austausch der schadhaften Mosaikpflasterflächen potenzielle Gefahrenquellen abgestellt werden. Sogenannte Laufbänder, wie sie bereits weitestgehend auf dem Boulevard vorhanden sind, sollen den Fußweg sicherer gestalten. Gleichzeitig werde durch die Anordnung spezieller Steine zur Orientierungshilfe auch den Belangen der Blinden und Sehschwachen Rechnung getragen. Bei den Maßnahmen soll der Gestaltungsstil der Turmstraße fortgesetzt werden.

Auf dem Vorplatz ist geplant, alle Einbauten, die sich in der Mitte befinden, zu entfernen. Der Bereich soll mit Bänken und Fahrradanlehnbügeln ausgestattet werden. Als besonderes Gestaltungselement sind seitlich aufgestellte Licht-Stelen angedacht. An den Giebelhäusern sollen darüber hinaus die Flächen für Außengastronomie und Sitzmöglichkeiten neu sortiert werden. Auch die beliebten Blumenbeete werden neu angeordnet.

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Kommentare (5)

Was ist denn daran "Dumm gelaufen"? Wer sich nur ein wenig mit der derzeitigen Situation in der Bauwirtschaft beschäftigt erkennt schnell, dass durch Auslastung der Firmen, verbunden mit einem immer weiter um sich greifenden Mangel an Fachkräften, tatsächlich die Baufirmen zur Zeit "am längeren Hebel sitzen". Sie haben es teilweise gar nicht nötig, Angebote abzugeben oder unterlassen es, weil sie die Aufträge dann nicht abarbeiten können. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, steigt der Preis. Das nennt man Marktwirtschaft. Und beim Thema "Fachkräftemangel" braucht jetzt auch keiner mit dem Niedriglohnargument kommen, diese Zeiten sind lange vorbei. Die Firmen suchen händeringend nach Personal und finden keines. Genau so verhält es sich im Baunebengewerbe, in der planenden Wirtschaft, im öffentlichen Dienst und und und. Wenn man seitens des Nordkurier dann das Ganze mit einem lapidaren "Dumm gelaufen" kommentiert, würdigt man die Arbeit derer in der Verwaltung herab, die mit dem beschriebenen Dilemma leben müssen, es aber nicht herbeigeführt haben. Seriöser Journalismus sieht anders aus, ist aber zumindest bei dieser Zeitung nicht mehr gewollt.

Schaut man sich den Nordkurier in Papierform und seine Webseite an, stellt man ganz schnell fest, dass es beim Nordkurier einen extremen Fachkräftemangel auf allen (!) Ebenen gibt. Dumm gelaufen für den (zahlenden) Leser.

Sehr interessant wie man die Mitarbeiter in den Redaktionen rotieren lässt. So kommt jeder Dummfurtz mal in eine Region wo er keinen Durchblick hat!

Die Krämer des Krieges sind unbelehrbar und ignorieren des Volkes Willen. Die nächsten Wahlen stehen ja an wo man wieder verstärkt Prioritäten setzen kann! Warum üben die nicht zwischen den Windrädern auf der Ostsee. Sicher eine interessante Flugshow. Und wenn es bum macht freut sich die Windkraftfirma über neue Aufträge!

Sorry falsche rubrik, gehört zu den tieffliegern über prenzlau heute.....