Lillys Bäumchen

Setzlinge aus Hambacher-Forst wurzeln in Neubrandenburg

Eine Neunjährige aus Neubrandenburg konnte ihren Setzlingen aus dem Hambacher Forst ein neues Zuhause schenken. Ihre Klassenkameraden halfen dabei tatkräftig mit.
Natalie Meinert Natalie Meinert
Lilly und ihr Sachkundelehrer Thomas Weber beim Verpflanzen von einem der vier Setzlinge.
Lilly und ihr Sachkundelehrer Thomas Weber beim Verpflanzen von einem der vier Setzlinge. Natalie Meinert
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Neubrandenburg.

Viel Trubel herrschte am Mittwochmorgen an den Hängen oberhalb des Sandkrugweges in Neubrandenburg. Kinder flitzten hin und her, schnatterten laut und versuchten, den heftigen Windböen standzuhalten. Die dritte Klasse war an diesem Tag besonderes Geleit: Die Kleinen durften ihrer Klassenkameradin Lilly beim Pflanzen ihrer vier Setzlinge aus dem Hambacher Forst helfen.

Die Neunjährige hatte zwei Stieleichen und zwei Hainbuchen von dem Energiekonzern RWE aus dem noch 200 Hektar großen Wald in NRW erhalten, nachdem Mutter Claudia Schmidt dem Unternehmen von der Sorge ihrer Tochter über das Abholzen erzählte. Doch wohin mit ihnen? In die Nähe der eigenen Wohnung sollen sie, damit sie sie immer im Auge hat. Mithilfe von Andreas Vogel aus der Abteilung Stadtgrün wählte sie den geeigneten Ort aus.

Tee gegen die Kälte

Am Mittwoch war es dann soweit: Zwei Stunden Sachkunde-Unterricht nutzte die Klasse, um unter der Aufsicht von Lehrer Thomas Weber die Pflanzaktion zu vollführen. Ein Wagen von der Mobilen Jugendsozialarbeit versorgte die Kinder mit heißem Tee, damit sie besser der Kälte trotzen konnten. Auch Andreas Vogel war vor Ort. Die ebenfalls anwesende Jugend vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. steuerte drei weitere Setzlinge bei, um den zukünftigen kleinen Wald zu verdichten. Sie finden den Aktivismus der kleinen Lilly gut. Mehr Grün würde nicht nur das Stadtbild verschönern, es böte außerdem Pflanzen und Tieren Lebensräume und verbessert außerdem das Stadtklima, sagte einer der jungen Naturschützer.

Mit vereinten Kräften wurde dann gepflanzt. Die Kinder rissen sich darum, mit den Spaten frische Erde auf die Wurzeln zu schippen. „Am Ende kommt dann noch Mulch drauf“, erklärte Andreas Vogel den fleißigen Gärtnern, „denn der bewahrt die Erde vorm Austrocknen.“ Zum Abschluss durften jeweils zwei Kinder einen Setzling aussuchen und ihm einen Namen geben. In Zukunft sollen sie sich regelmäßig um Sarah, Bronco, Max oder Lena kümmern.

Kommentare (2)

Und in China ist gerade ein Sack Reis umgefallen. Gibt es keine wichtigeren Probleme?!

gibt es, aber eben nicht in diesem Lokalartikel. Für Themen, die sie interessieren empfehle ich die Artikel zu lesen, deren Überschrift sie anspricht.