REGIONALKONFERENZ

Schaulaufen um SPD-Vorsitz in Neubrandenburg (Video)

Wer rettet die SPD vor dem Untergang? Über diese Frage sollen die Parteimitglieder im Oktober abstimmen. In Neubrandenburg stellten sich am Freitag schon mal die möglichen Parteichefs vor.
Die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz und Bundesfinanzminister Olaf Scholz stellten sich als erstes Duo vor.
Die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz und Bundesfinanzminister Olaf Scholz stellten sich als erstes Duo vor. Felix Gadewolz
Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel und die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis.
Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel und die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Rund 200 Parteimitglieder und Interessierte aus Mecklenburg-Vorpommern verfolgten am Freitagabend die Vorstellung der Kandidaten für den SPD-Parteivorsitz. Im Haus der Kultur am Neubrandenburger Marktplatz setzte sich damit der Casting-Marathon der möglichen zukünftigen Parteichefs fort, der Anfang des Monats in Saarbrücken begann. „Es ist etwas ganz Besonderes, was wir hier machen: Wir verändern gerade diese Partei”, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die aus persönlichen Gründen nicht vor Ort sein konnte, sandte zu Beginn der Veranstaltung eine Grußbotschaft an die anwesenden Sozialdemokraten, ausgestrahlt auf einer über der Bühne angebrachten Leinwand. Schwesig hieß die Gäste beim „kleinsten, aber feinsten Landesverband der SPD” Willkommen und wünschte den Kandidaten Kraft und Erfolg.

 

 

Mehr als 400.000 SPD-Mitglieder stimmen ab

Anschließend stellten sich die Kandidaten in einem vierteiligen Programm vor, in dem sie nicht nur ihre Motivation darstellten, sondern sich auch der Diskussion untereinander und den Fragen des Publikums stellen mussten. Nach anfänglicher Zurückhaltung geriet der Saal immer mehr in Bewegung, bis ihn Verdis Chefökonom Dierk Hirschel zum Kochen brachte, als er die AfD-Abgeordneten Björn Höcke und Alexander Gauland als die „Stradivaris unter den braunen Arschgeigen” bezeichnete.

Auf insgesamt 23 Regionalkonferenzen bundesweit bewerben sich sieben Duos aus jeweils einem Mann und einer Frau um die Nachfolge für die zurückgetretene Parteivorsitzende Andrea Nahles. In Neubrandenburg fand bereits die 14. Konferenz statt, den Schlusspunkt setzt das Casting in München am 12. Oktober. Anschließend stimmen die rund 426.000 SPD-Mitglieder über ihren Favoriten ab. Das Ergebnis soll am 26. Oktober feststehen.

 

 

 

Scholz und Geywitz leichte Favoriten

Derzeit ist noch völlig offen, wer letzten Endes das Rennen macht. Als leichte Favoriten gelten Vizekanzler Olaf Scholz und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz. Auf den ersten 13 Regionalkonferenzen zeichnete sich aber bereits ab, dass die beiden es nicht einfach haben werden. Sogar in seiner Heimatstadt Hamburg bekamen Bewerber-Duos, die sich ausdrücklich für das Ende der Großen Koalition aussprachen, deutlich mehr Beifall als der als konservativ geltende Groko-Befürworter Scholz.

Die Jugendorganisation der SPD stellt keinen eigenen Kandidaten auf. Juso-Chef Kevin Kühnert verzichtete nach eigenen Angaben aus persönlichen und parteipolitischen Gründen auf eine Kandidatur. Stattdessen stärken die Jusos der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken und dem ehemaligen NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans den Rücken, die als dezidiert linkes Duo an den Start gehen. Esken und Walter-Borjans wollen die SPD umgehend aus der Großen Koalition führen.

Olaf Scholz kam direkt nach der Sitzung des Sitzung des Klimakabinetts trotz einer wohl recht kurzen Nacht zum Casting nach Neubrandenburg, wie er mit einem Augenzwinkern sagte. Gesine Schwan fehlte am Freitagabend aus familiären Gründen.

Die Kandidaten-Duos

1. Ex-NRW-Familienministerin Christina Kampmann und der Europa-Staatsminister Michael Roth

2. Die Bundestagsabgeordneten Nina Scheer und Karl Lauterbach

3. Die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz und Bundesfinanzminister Olaf Scholz

4. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius

5. Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel

6. Die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission Gesine Schwan und der stellvertretende Bundesvorsitzende Ralf Stegner

7. Die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und Ex-NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans

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Kommentare (2)

Ja wenn man selbst kein Profil und keine Lösungsansätze hat, muss man halt den politischen Gegner beleidigen. Stimmts Turbohose?

Wer von diesen Pappnasen glaubt an das eigene Programm und die Auferstehung dieser Partei, Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners bei maximaler Verschuldung D - bei diesen Leuten gibt es nur einen wichtigen Termin im Monat - der Zahltag - zu viel Versagen - Beispiel: keine Nachverhandlungen zum Versailler Vertrag - 1x gewählt + nie wieder