Erschossener Einbrecher
Polizist soll "verdeckt" aussagen

Im Neubrandenburger Landgericht wird gegen zwei mutmaßliche Einbrecher verhandelt.
Im Neubrandenburger Landgericht wird gegen zwei mutmaßliche Einbrecher verhandelt.
Bernd Wüstneck

Zur Fortsetzung des Prozesses gegen zwei mutmaßliche Einbrecher in Neubrandenburg muss ein Beamter aussagen, dessen Identität unbedingt geheim bleiben soll.

Der Neubrandenburger Polizist, der am 1. März aus Notwehr auf einen mutmaßlichen Einbrecher in einem Neubrandenburger Döner-Imbiss geschossen hat, soll am 15. Oktober in der Verhandlung gegen dessen zwei verdächtige Komplizen vor Gericht aussagen. Der Beamte, so der Vorsitzende Richter Carl Christian Deutsch, werde verdeckt vernommen, um seine Identität zu schützen. Der Zeuge sitzt dazu in einem Nebenraum hinter einer Leinwand, seine Aussage wird per Videokamera in den Verhandlungssaal übertragen.

Grund dafür ist die mögliche Gefährdung des Polizisten, denn der 27-Jährige mutmaßliche Einbrecher verstarb an den Folgen der Schussverletzung im Neubrandenburger Klinikum. Die Staatsanwaltschaft stellte im April die Ermittlungen gegen den Polizisten ein, weil er aus Notwehr gehandelt habe. In der Nacht nach dem Einbruch belagerten Verwandte und Freunde der zwei anderen das Polizeirevier Neubrandenburg und begehrten die Freilassung der anderen zwei Verdächtigen. Der Polizist, der in der Nacht den Schuss abgab, wurde von seinen Kollegen unter besonderen Schutz gestellt. Ihm gehe es, so war vor Gericht zu erfahren, psychisch immer noch sehr schlecht.