UNGLÜCK BEI NEUBRANDENBURG

Polizei setzt Suche nach abgerissenem Arm im Tollensesee fort

Der 48-jährige Mann, dem ein Boot den linken Arm abriss, hat die Not-Operation in der Greifswalder Uni-Klinik gut überstanden. Die Suche nach seinem Arm war indes noch nicht erfolgreich.
In dieser Woche soll die Suche nach dem abgetrennten Arm im Tollensesee fortgesetzt werden.
In dieser Woche soll die Suche nach dem abgetrennten Arm im Tollensesee fortgesetzt werden. Tim Prahle
Neubrandenburg.

Der 48-jährige Schwimmer, der Donnerstagabend im Tollensesee bei Klein Nemerow von einem Motorboot erfasst worden war und dem dabei der linke Arm abgerissen wurde, hat nach Aussage seiner Familie die Notoperation gut überstanden. Der Arm allerdings ist immer noch nicht gefunden. Wie der Nordkurier erfuhr, kommen am Mittwoch Polizeitaucher rings um die Unglücksstelle vor dem Seeufer in Klein Nemerow zum Einsatz.

Telefonat mit den Eltern

Es war ein dramatisches Ereignis, das sich da am vergangenen Donnerstag mitten auf dem Tollensesee abgespielt hatte. Nach der Kollision zog das Ehepaar, das aus Burg Stargard kommt, den 48-Jährigen in ihr Boot. Per Hubschrauber ging es für den Schwerverletzten ins Klinikum nach Greifswald, wo er sofort einer Notoperation unterzogen wurde. Er konnte nach überstandener OP bereits am Freitag aus dem Krankenhaus heraus bei den Eltern anrufen.

Doch nach wie vor fehlt vom Arm des Schwimmers jede Spur – trotz intensiver Suche der Wasserschutzpolizei mit zahlreichen Experten auf, im und am Wasser. Mit zwei Booten und einem Hubschrauber war sie im Einsatz, wurden alle Rettungskräfte, die irgendwie zur Verfügung standen, hergerufen, wie es hieß. Am Freitagabend haben die Beamten die Suchmaßnahmen schließlich erfolglos eingestellt, aber nicht beendet.

„Wir wollen diesen Arm finden, der gehört da nicht rein“, sagte Volker Trost vom Landeswasserschutzpolizeiamt in Waldeck bereits am Freitag. Wenn sie keinen Erfolg haben, kommen Taucher und ein Sonargerät zum Einsatz. Und das wird jetzt in dieser Woche der Fall sein. Man suche solange, bis der Arm gefunden wird.

Wie es zum Unfall kam, ist immer noch unklar

Auch dem Vater des Verunglückten, Wolfgang Helm, wäre es nach eigener Aussage wichtig, dass sie ihn aus dem Wasser holen. Helm war es, der am Donnerstag den Notruf wählte. Von der Terrasse aus können die Eltern nämlich die Unglücksstelle gut einsehen.

Der Vorfall ist indes auch für die Wasserschutzpolizei ein außergewöhnliches Ereignis. Der genaue Hergang des Unfalls ist noch unklar. Nur soviel, dass der Schwimmer etwa 200 Meter vom Ufer entfernt vom Boot erfasst wurde, in dem das Ehepaar aus Burg Stargard gerade über den See fuhr. Der Schwimmer war nach Polizeiangaben in Neoprenanzug und mit einer orangenen Schwimmboje unterwegs.

Nachdem das Paar ihn ins Boot gezogen hatte, habe eine Nachbarin und gelernte Krankenschwester, die zufällig selbst Baden war, ihn dann an Ort und Stelle erstversorgt. Handtücher mussten als Druckverband herhalten, damit kein weiteres Blut verloren wird. Kurz darauf kamen die Rettungskräfte, darunter unzählige Polizeikräfte, Hundestaffel, Taucher, die Freiwilligen Wehren aus Groß Nemerow/Rowa und Burg Stargard sowie die Berufsfeuerwehr Neubrandenburg.

Gegen die Insassen des Motorbootes wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, so die Polizei. Doch zunächst setzten die Beamten erst einmal alles daran, den abgetrennten Arm zu bergen.

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