Zeugen werden angehört
Polizei-Schütze noch nicht von Ermittlern vernommen

An dieser Stelle trafen Polizei und Einbrecher aufeinander.
An dieser Stelle trafen Polizei und Einbrecher aufeinander.
Felix Gadewolz

Hat der Neubrandenburger Beamte, der vor zwei Wochen seine Dienstwaffe auf einen verdächtigen Einbrecher abfeuerte, nun in Notwehr gehandelt oder nicht? Auch wenn der noch nicht zu der Geschichte gehört wurde, spricht mittlerweile einiges dafür.

Die Vernehmung von Augenzeugen, die bei dem tödlichen Zwischenfall in der Nacht zum 1. März in der Oststadt dabei waren, als ein 27-jähriger Einbrecher an den Folgen eines Schusses starb, ist am Dienstag fortgesetzt worden. Das sagte auf Nordkurier-Nachfrage der Sprecher der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft, Gerd Zeisler. Der 33-jährige Beamte allerdings, der den Schuss kurz nach Mitternacht abgefeuert haben soll, war immer noch nicht darunter.

„Erst wenn wir von anderen Beteiligten alles gehört haben, was wir wissen wollen, vernehmen wir den Polizeibeamten“, so Zeisler. Der Beamte gilt offiziell als Beschuldigter – auch wenn dessen Schuld oder Unschuld noch überhaupt nicht feststehen.

Polizist hat wohl in Notwehr gehandelt

Indes mehren sich die Anzeichen, dass der Neubrandenburger Polizist in Notwehr gehandelt hat. Das erfuhr der Nordkurier am Dienstag aus einer gut unterrichteten Quelle. Dafür sprächen laut Nordkurier-Informationen nicht nur der Angriff des später Verstorbenen mit Reizgas auf den Schützen.

Der Polizist habe wohl annehmen müssen, so berichteten Zeugen, dass der mutmaßliche Einbrecher – als der das Reizgas zog – nach einer Waffe greift. Insofern sei die Notwehr wohl nicht überschritten und das erforderliche Maß der Abwehr noch gegeben. Wann der Polizist, der in der Situation die Dienstwaffe zog und schoss, dazu vernommen wird, steht noch nicht fest.

Verdächtige Einbrecher sitzen in U-Haft

In der Nacht zum 1. März hatte eine Zeugin beobachtet, wie drei Einbrecher in einen Döner-Imbiss im Juri-Gagarin-Ring einstiegen und rief die Polizei. Als die Beamten die drei Verdächtigen – zwei Berliner und einen Neubrandenburger – stellten und aufforderten, ins Freie zu treten, fiel plötzlich ein Schuss. Der getroffene 27-Jährige verstarb kurze Zeit später im nahe gelegenen Klinikum der Kreisstadt.

Die zwei verdächtigen Einbrecher sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Nach Drohungen von Angehörigen eines kriminellen Clans gegen den Neubrandenburger Polizisten haben dessen Kollegen geeignete Maßnahmen zu dessen Schutz ergriffen.