Tierquälerei-Vorwurf

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Peta-Anzeige war möglicherweise PR-Luftnummer

Die Tierrechtsorganisation wirft den Angezeigten vor, 2017 bei Wettbewerben Wirbeltiere getötet und gequält zu haben.
Die Tierrechtsorganisation wirft den Angezeigten vor, 2017 bei Wettbewerben Wirbeltiere getötet und gequält zu haben.
Patrick Pleul

Peta will deutschlandweit Anzeigen gegen Taubenzüchter wegen Tierquälerei gestellt haben. Zumindest die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg kann dies nicht bestätigen.

Das juristische Vorgehen der selbsternannten Tierrechtsorganisation Peta gegen Taubenzüchter aus Neubrandenburg entpuppt sich möglicherweise als Luftnummer. Auf Anfrage des Nordkurier von Donnerstag teilte die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft am Freitag mit, dass sie den Eingang eines solchen Schriftsatzes nicht bestätigen kann.

Peta hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Tierrechtsorganisation gegen alle Verantwortlichen des Vereins „Reisevereinigung Neubrandenburg und Umgebung e.V.“ bei der Staatsanwaltschaft wegen "vorsätzlicher mittäterschaftlicher Tierquälerei" Anzeige erstattet hat. Die Tierrechtsorganisation wirft ihnen konkret vor, in der Saison 2017 mindestens 1565 Tauben bei Wettflügen vorsätzlich in den Tod geschickt zu haben.

Wie Peta Deutschland dem Nordkurier am Freitag unter Vorlage einer Sendebestätigung versicherte, wurde die Anzeige am 27. August 2018 vorab per Fax an die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg gesendet und wenige Tage später auch noch einmal per Post.

Der Vorwurf der Tierquälerei ist kein Pappenstiel. Im Falle einer Verurteilung drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Die Vereinsführung äußerte sich auf Anfrage des Nordkurier zunächst nicht.

Laut Peta wurden deutschlandweit 22 sogenannte Reisevereinigungen angezeigt. Die Tierrechtler behaupten, die Neubrandenburger hätten bei den Rennen Verlustraten von 59 Prozent gehabt. Sie machen allerdings keine Angaben dazu, wie sie auf die Zahl der vorgeblich verendeten Tiere und damit die Ausfallquote kommen.