Feuerwerksfreie Orte erwünscht

Neuer Vorstoß gegen Böller in Baudenkmalen

Nachdem Freizeit-Feuerwerker zum Jahreswechsel selbst vor den historischen Stadttoren nicht Halt machten, will Oberbürgermeister Witt erneut knallerfreie Zonen ins Gespräch bringen.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Der Feuerzauber hat eine unansehnliche Kehrseite – und teils auch gefährliche Nebenwirkungen für denkmalgeschützte Bauten. Auch das Belvedere (kleines Bild) sollte lieber von Böllern verschont bleiben, wünscht sich der OB.  
Der Feuerzauber hat eine unansehnliche Kehrseite – und teils auch gefährliche Nebenwirkungen für denkmalgeschützte Bauten. Auch das Belvedere (kleines Bild) sollte lieber von Böllern verschont bleiben, wünscht sich der OB. Felix Gadewolz
Einige Orte der Stadt sollten lieber von Böllern verschont bleiben, wünscht sich der OB. 
Einige Orte der Stadt sollten lieber von Böllern verschont bleiben, wünscht sich der OB. Matthias Lanin
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Neubrandenburg.

Gerade erst sind die Silvesterfeuerwerke verraucht und die Böllerschläge der Neujahrsnacht verhallt, doch die Erfahrungen des Jahreswechsels führen bereits zu Vorsätzen für den nächsten. Oberbürgermeister Silvio Witt will rechtzeitig einen neuen Vorstoß unternehmen, um die Knallerei in der Viertorestadt zumindest an ausgewählten Orten einzuschränken.

Zwar löse „alles, was auch nur ansatzweise nach Verbot klingt, fast schon reflexhaft Widerstand aus“, ist dem Stadtoberhaupt bewusst. Jedoch gebe es gute Gründe, zumindest stellenweise auf Böller und Raketen zu verzichten – und das nicht nur wegen der zurückbleibenden Abfälle. Spielplätze und auch die Strandbäder gehören zu jenen Orten, die Witt lieber feuerwerksfrei sehen möchte. Ganz zu schweigen von denkmalgeschützten Bauwerken: „Selbst im Inneren der Stadttore sind Böller gezündet worden“, machte er im Hauptausschuss der Stadtvertretung seiner Sorge Luft. Auch das abseits am Tollensesee gelegene Belvedere sei durch Freizeit-Feuerwerker gefährdet.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Witt angesichts zusätzlicher Reinigungskosten von 10 000 Euro wegen böller-gebeutelter Anlagen eine Debatte über „knallfreie Zonen“ angestoßen. Von vielen Beteiligten war indessen ein Verbot als zu drastisch angesehen worden. Zudem gab es reichlich Zweifel an der Verfügbarkeit von genügend Kontrolleuren, um über die Einhaltung des Verbots zu wachen. Dennoch will der OB das Thema erneut in Angriff nehmen. Schließlich gebe es auch in einigen anderen deutschen Städten Einschränkungen für die Knallerei.

Um zumindest die Müllberge einzudämmen, hatte die Stadt Neubrandenburg zusätzliche Container in der Innenstadt, auf dem Datzeberg sowie im Landschaftsgarten Broda aufgestellt. Die Behälter seien auch genutzt worden – auch in den ersten Januartagen von Passanten, die noch nachträglich herumliegende Abfälle aufsammelten. Zum nächsten Jahreswechsel soll, wie Witt ankündigt, auch die Oststadt in diese „Zusatzversorgung“ aufgenommen werden.

Kommentare (1)

Alles nur eine Frage von Ordnunng und Sicherheit! Der Bm kann so etwas selbst anordnen und braucht nix ins Gespräch zu bringen. Er selbst hat keinen Arsch in der Hose und verlangt einsicht von wilden herumböllernden Horden. Selbst das Ordnungsamt kommt nicht seiner Aufgabe in Bezug ruhender Verkehr in der Stadt und bei. Grafitti hinterher geschweige die Polizei in der jetzigen Besetzung