Kunstwerk gerettet

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Kiebitze fliegen zurück auf ihren Platz

Die Plastik musst von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs mit Kranhilfe an ihren Platz auf der Säule in 3,20 Meter Höhe gehievt werden.  
Die Plastik musst von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs mit Kranhilfe an ihren Platz auf der Säule in 3,20 Meter Höhe gehievt werden.
Jörg Franze

Anfang April montierten Diebe im Kulturpark das Kunstwerk von Walther Preik ab, ließen es aber liegen. Jetzt thront die Plastik, gut befestigt, wieder auf der Säule. Der Künstler konnte diese Moment leider nicht mehr erleben.

Die „Kiebitze“, die Plastik des Künstlers Walther Preik, sind wieder an ihrem angestammten Platz im Nuebranenburger Kulturpark. Allerdings erwiesen sie sich als ziemlich sperrige Vögel. Jedenfalls hatte Harald Papenzin länger zu tun als gedacht, um die Bronzeplastik wieder auf der Säule zu befestigen. Doch dann konnte die Plastik nach gut vier Wochen Pause wieder den angestammten Platz neben dem Parkplatz an der Stadthalle einnehmen.

Dort waren die „Kiebitze“ in der Nacht vom 9. zum 10.  April unsanft vom Sockel geholt worden. Passanten hatten das Kunstwerk am Morgen auf dem Boden liegend neben dem Parkplatz gefunden. Offenbar hatten nächtliche Diebe im Schutz der Dunkelheit eine Räuberleiter oder andere Hilfe genutzt und die Plastik von der gut 3,20 Meter hohen Säule, auf der sie thront, abgeschraubt. Und dann einfach heruntergestoßen. „Man hat noch regelrecht den Abdruck im Boden gesehen“, erinnert sich Bauhof-Sachgebietsleiter Harald Stüwe, der damals das Kunstwerk mit seinen Leuten sicherte. Denn zum Abtransport kamen die Diebe, die möglicherweise das Metall verwerten wollten, zum Glück nicht mehr.

Wie durch ein Wunder blieben die 1969 von Walther Preik gefertigten Vögel, unter anderem mit filigranen Schnäbeln, unbeschädigt. So konnte man das Kunstwerk jetzt wieder an den alten Platz schrauben. Doch dabei beließen es die Bauhof-Leute beim Wiederaufbau nicht: Um nicht erneut Dieben Gelegenheit zu geben, wurde die Plastik zudem festgeschweißt. „Das sollte halten“, zeigt sich Stüwe optimistisch.

Der Künstler selbst hat den Wiederaufbau seines Werkes, das zunächst mehr als 20 Jahre im Innenhof des heutigen Neubrandenburger Rathauses stand, leider nicht mehr erlebt. Denn Walther Preik war am Freitag, dem 11. Mai, im Alter von 86 Jahren in Waren an der Müritz gestorben. Doch in seinen Kunstwerken lebt er weiter, auch in der Viertorestadt. Denn in Neubrandenburg ist eine ganze Reihe seiner Plastiken zu finden. An der Oberbachbrücke sowie am Ostgiebel der Konzertkirche sitzt oder heult jeweils eine „Wölfin“. Neben dem Pferdemarkt versteckt sich unter Bäumen eine Kugel herumtollender „Hunde“. Und auf dem Boulevard in Höhe Wartlaustraße streckt Löwe „Leo“ der Sonne und den Passanten sein Skrotum entgegen.