MÜSSEN GARAGEN IN ALTENTREPTOW WEICHEN?

Investor plant neues Wohnen am Randkanal

Mit einer Beschlussvorlage, die nicht ohne Zündstoff ist, wird sich der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung am 5. Mai beschäftigen. Das Gremium tagt im Fritz-Reuter-Haus, um den nötigen Abstand halten zu können, aber auch Besuchern die Möglichkeit zu geben, die Tagung zu verfolgen.
Diese Vermessungsarbeiten haben nichts mit dem Vorhaben des Apothekers zu tun. Es weiteres neues Haus soll am Ende des Garagen
Diese Vermessungsarbeiten haben nichts mit dem Vorhaben des Apothekers zu tun. Es weiteres neues Haus soll am Ende des Garagenkomplexes am Holländer Gang entstehen, dessen Grenzen jetzt eingemessen werden. Christina Weinreich
Jede Menge Wellasbest, ein typisches Baumaterial zu DDR-Zeiten, wurde beim Bau der Garagen verwendet.
Jede Menge Wellasbest, ein typisches Baumaterial zu DDR-Zeiten, wurde beim Bau der Garagen verwendet. Christina Weinreich
Diese Garaegen sehen nicht so aus, als ob sie genutzt werden und sind allenfalls städtebauliche Missstände.
Diese Garaegen sehen nicht so aus, als ob sie genutzt werden und sind allenfalls städtebauliche Missstände. Christina Weinreich
Altentreptow.

Die nächste Sitzung des Bauausschusses der Stadtvertretersitzung hat es in sich. Die Tagesordnung enthält jede Menge interessanter Themen, bei denen es um künftiges Bauen im Stadtgebiet geht. Wenn das Gremium und letztlich die Stadtvertreter allen Vorhaben zustimmen, wird nicht nur ordentlich die Maurerkelle geschwungen, einige Bereiche der Stadt werden zudem ein neues und schöneres Aussehen bekommen.

Dafür möchte unter anderem der Apotheker Thomas Budde sorgen, dem die Bären-Apotheke an der Jahnstraße gehört. Der Mann möchte eine neue Form des altersgerechten und betreuten Wohnens schaffen, wie sie es in Altentreptow bislang nicht gibt, sagt er. Zum Projekt und zum Umfang seiner Investitionen will sich der Apotheker allerdings noch nicht in der Öffentlichkeit äußern. „Ich werde mein Vorhaben zunächst in der Bauausschusssitzung den Mitgliedern detailliert vorstellen und deren Fragen beantworten“, wirbt er um Verständnis. Nur so viel, er habe bereits ein ähnliches Vorhaben, aber um einiges kleiner als das, was er für Altentreptow plant, in Penzlin umgesetzt.

Stadtvertreter entscheiden letztendlich

Für jenes in Treptow brauche er eine gewisse Flächengröße. Und die hat er bei einem Rundgang durch die Stadt am Ende des Holländer Gangs und westlich des Randkanals entdeckt. Dabei handelt es sich um genau jenes Areal, auf dem noch die restlichen 69 Garagen stehen, die vor Jahrzehnten auf städtischem Grund und Boden gebaut wurden und denen man das Alter auch ansehen kann. Die müssten dann weg. Genauso wie jene 69 Garagen, die einst dort standen, wo sich heute das Wasserauffangbecken befindet und jene in der Nähe des Aldi. Dort mussten 56 Garagen platt gemacht werden, weil dort der Bau einer 24-Stunden-Kita geplant war, der am Ende platzte, weil sich die Stadtvertreter dagegen entschieden hatten. Jetzt gibt es Interessenten, die diese Fläche mit Wohn- und Praxisräumen bebauen möchten. Dieses Vorhaben wird ebenfalls am 5. Mai im Ausschuss vorgestellt. Die Stadtvertreter stimmten dem Bau der Awo-Kita am Amtshof zu, der demnächst starten soll.

Ob Thomas Budde seine millionenschwere Idee wird umsetzen können, wird letztlich von der Entscheidung der Stadtvertreter abhängen. „In dem Vorhaben steckt jede Menge Zündstoff“, sagen Stadtpolitiker. Sie könnten den Aufschrei der Pächter schon jetzt hören. „Die ersten Garagenabrisse haben sie uns sehr übel genommen. Das wird in diesem Fall nicht anders sein. Wir werden viel Gegenwind bekommen.“ Denn die Stadt könne kaum noch Ersatz anbieten, wie es bei den anderen Abrissen noch möglich war. Noch dazu handele es sich bei den Pächtern zum großen Teil um alte Leute, die in den Plattenbauten der Südstadt leben und damit recht nah an ihren Pkw.

Bürgermeister steht hinter Vorhaben

Das alles ist auch Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl noch in sehr guter Erinnerung und bewusst. Er steht Buddes Vorhaben dennoch aufgeschlossen gegenüber. „Wir haben Herrn Budde mehrere Grundstücke gezeigt, er hat sich für dieses entschieden. Ich würde mich freuen, wenn diese Investition in Altentreptow bliebe. Es ist ein Stück Zukunft, um was es da geht und es treibt die Stadt voran“, wirbt er.

Klar könne man auf dem Standort, der mit Blick aufs Tollensetal zu den Toplagen im Stadtgebiet zählt, auch drei bis vier Eigenheime errichten. „Doch dafür wäre der Aufwand viel zu hoch. Der Apotheker möchte einen richtig großen Komplex überplanen, das ist viel effektiver.“

Die Stadt wolle sich die 69 Garagen anschauen und prüfen, ob sie tatsächlich auch als solche genutzt werden.

Im öffentlichen Sitzungsteil soll der Bauausschuss nun darüber abstimmen, ob er dem Aufstellen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Am Randkanal“ im beschleunigtem Verfahren zustimmt oder nicht.

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