MORDPROZESS

In Torgelower Wohnung klebte Blut von Leonie

Im Prozess um die getötete Leonie wurden am Donnerstag Spuren ausgewertet, die die Rechtsmedizin in der Wohnung gefunden hat. Erstmals nannten die Richter auch ein Datum für einen Urteilsspruch.
Andreas Becker Andreas Becker
Philipp Schulz Philipp Schulz
Während des Einsatzes am 12. Januar in Torgelow
Während des Einsatzes am 12. Januar in Torgelow NK-Archiv
Neubrandenburg.

Wenn der Prozess um den mutmaßlichen Mord an der kleinen Leonie im Januar des nächsten Jahres enden wird, werden die Richter wohl an insgesamt 20 Prozesstagen, 40 Zeugen und fünf Sachverständige gehört haben. Sieben weitere Tage mit Befragungen, unter anderem vermutlich mit dem Angeklagten David H. selbst, sollen noch folgen. Am 9. Januar 2020 wollen die Richter ihr Urteil sprechen. Dann ist die kleine Leonie fast genau ein Jahr tot. Sie starb am 12. Januar 2019 in einer Wohnung in Torgelow.

Sachverständige bestätigt Blutspuren von Leonie in der Wohnung

Am Donnerstag (7. November) waren zwei Sachverständige aus der Greifswalder Gerichtsmedizin vor Gericht geladen, die die Spuren in der Wohnung ausgewertet haben. Am frühen Vormittag nahm sich das Gericht viel Zeit, alle gesammelten Spuren, unter anderem Abstriche von Blut, das in der Wohnung und an Kleidungsstücken gefunden wurde, auszuwerten und mit den Bildern der Wohnung abzugleichen.

Laut der Gutachterin befand sich mit einer fast einhundertprozentigen Wahrscheinlichkeit Blut der kleinen Leonie an ihrer Kleidung und in dem Bett, in dem sie sterben musste. Auch in der Wohnung, unter anderem an einer Bodenfliese im Badezimmer, fanden die Ermittler Blut. Über die Menge wurden keine Angaben gemacht. Teilweise ließ sich jedoch aus der Beratung der Richter, Prozessbeteiligten und der Sachverständigen entnehmen, dass es sich um kleinste Spritzer gehandelt habe.

Blut von beiden Kindern in ganzer Wohnung

Auch zu Leonies kleinem Bruder, Noah-Joel, machte die Sachverständige Angaben. An verschiedenen Orten in der Wohnung wurde auch Blut gefunden, das mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Jungen zugeordnet werden konnte.

Am Nachmittag wird ein weiterer Sachverständiger sein Gutachten präsentieren.

Was bisher geschah: Lesen Sie hier eine Chronologie im Todesfall Leonie.

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Kommentare (1)

deuten auf das Bluten aus dem Mund, wie vor Gericht geschildert, aufgrund innerer Verletzungen der kleinen Leonie hin. Es stehen in den Polizei-Protokollen von kurz nach dem tragischen Geschehen ja zwei unterschiedliche Aussagen zum Zeitablauf: Der Angeklagte behauptet, beim Notruf hätte Leonie noch gelebt und Zitat "geröchelt" (deshalb auch der Notruf). Die Notfall-Sanitäter gaben dagegen an, das Leonie schon seit Stunden tot gewesen sei bei ihrem Eintreffen. Auch hat der Angeklagte den Notfall-Einsatzkräften schwere Vorhaltungen während des Einsatzes gemacht, sei geradezu aggressiv geworden. So habe ich es jedenfalls in Erinnerung behalten. Zum Glück gibt es ja aber einen richtigen Gerichts-Protokollanten, der den Wortlaut der Zeugen- und Beschuldigten-Aussagen wortwörtlich mitgeschrieben hat.