OFFIZIELLE EINWEIHUNG

Heftige Kritik an Stahl-Stelen in Neubrandenburg

Große Stelen säumen jetzt den Durchbruch der historischen Neubrandenburger Stadtmauer am Bahnhof. Vielen Neubrandenburgern sind die hohen Stahlelemente ein Dorn im Auge. Scharfe Kritik kommt vom Verein Stadtbild.
Vertreter von Stadtverwaltung und Politik sowie ein Repräsentant der beteiligten Baufirmen eröffneten am Freitag off
Vertreter von Stadtverwaltung und Politik sowie ein Repräsentant der beteiligten Baufirmen eröffneten am Freitag offiziell das neugestaltete Bahnhofstor an der Stargarder Straße. Mirko Hertrich
Nicht jeder war glücklich, welche Bescherung der Nikolaus den Neubrandenburgern mitgebracht hat. Vor allem die Stahl-Stel
Nicht jeder war glücklich, welche Bescherung der Nikolaus den Neubrandenburgern mitgebracht hat. Vor allem die Stahl-Stelen am neuen Bahnhofstor werden auch zur offizielen Eröffnung kontrovers diskutiert. Mirko Hertrich
Insgesamt 21 Stahl-Stelen mit einer Höhe von bis zu sechs Metern symbolisieren am Bahnhofstor einen Teil der Neubrandenbu
Insgesamt 21 Stahl-Stelen mit einer Höhe von bis zu sechs Metern symbolisieren am Bahnhofstor einen Teil der Neubrandenburger Stadtmauer, der vor über 150 Jahren abgebrochen wurde. Foto: Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Kritiker der Umsetzung hatten am Freitag zur Eröffung Fotos mitgebracht, die zeigten, wie das Bahnhofstor mit zwei gemaue
Kritiker der Umsetzung hatten am Freitag zur Eröffung Fotos mitgebracht, die zeigten, wie das Bahnhofstor mit zwei gemauerten Stelen früher aussah. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Die Stadt Neubrandenburg empfängt ihre Einwohner und Besucher künftig mit einem „fünften Tor“. Nach langer Planung und neunmonatigen Bauarbeiten wurde am Freitag das „neue Bahnhofstor” offiziell eröffnet. Dabei handelt es sich aber nicht wirklich um ein Tor, sondern um eine Neugestaltung des Walls im Bereich der Stadtmauer vor dem Bahnhof.

Und die gefällt längst nicht jedem. Seit Tagen wird in der Stadt über die 21 etwa 6 Meter hohen modernen Stahl-Stelen gelästert. Sie sollen – so das künstlerische Konzept – die Form der historischen Stadtmauer aufnehmen. Diese wurde an jener Stelle während des Bahnhofbaus im 19. Jahrhundert aufgebrochen.

„Entsetzten” und „Befremden”

Von einer „schönen Bescherung“ zum Nikolaustag sprach der Regionalverband Mecklenburg-Strelitz des Vereins Stadtbild Deutschland. „Die schroffen, rostigen, kalten Metallelemente wirken in ihrer Massivität und Anordnung befremdlich und bedrückend“, hieß es in einer Stellungnahme. „Mit rostendem Stahl, etwa sechs Meter hoch und Beton werden zeitgenössische Stereotypen bemüht, welche sich in maximaler Disharmonie zur historischen Stadt befinden.“

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Böse Vorahnung für weitere Bauprojekte

Die Umsetzung der Pläne für das Bahnhofstor lassen den Verein nichts Gutes ahnen für den geplanten Neubau eines Hotels in der Poststraße. Die bisher bekannten Entwürfe lassen „Kontinuität der banalen Nachkriegsmoderne befürchten“, hieß es. Auch Besucher der Eröffnung waren teils mehr als skeptisch: „Wir sind erschüttert und entsetzt“, sagte zwei Neubrandenburger beim Anblick der Stelen.

Bürgermeister lässt die Kritik abtropfen

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) wendete die Kritik der vergangenen Tage bei der feierlichen Übergabe am Freitag ins Positive. Selten habe ein Bauwerk die Menschen schon vor seiner Einweihung so sehr bewegt wie das neue Bahnhofstor, so Witt. „Davon lebt die Stadtgesellschaft.“

Im Zuge der Bauarbeiten wurde für rund 1,4 Millionen Euro, davon Städtebaufördermittel in Höhe von 763 000 Euro, der Mudder-Schulten-Brunnen umgesetzt und in Nähe des Franziskanerklosters wieder aufgestellt, wo er nach Jahren im Frühling auch wieder sprudeln soll. Die Fläche um das Reuter-Denkmal wurde ebenfalls erneuert und das Denkmal bekam eine neue Umrandung.

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Kommentare (12)

Nur eine Frage der Zeit bis die lokalen bekannten Graffitiikünstler diese hässlichen Freiflächen verschönen.... Logisch wenn man nicht den Blödsinn der Verantwortlichen für gut hält! Passt alles zum dreckigen Schrottplatz und Waffenstadt. Hauptsache die Straße zum Belvedere wird gefegt und vom Laub großzügig befreit....

mich erinnert der Kommentar an das Kunstverständnis zum Glück längst vergangener Zeiten.

Nun hat der seltene, vom Aussterben bedrohte Eisenbeisserkäfer ein Zuhause gefunden

Was hat dieser Schrott denn dem Steuerzahler gekostet?

Sie müsste diesen Stahlmonster das Hinterteil zeigen. Und bei aller Liebe Herr Witt das Ding ist eine weitere Scheusslichkeit und lässt an dem Verstand vom Oberbürgermeister von Neubrandenburg zweifeln. Erinnerung an die Stadtmauer ist mit einer Ziegel oder Holzkonstruktion besser gedient. Ja sogar der historische Nachbau würde besser aussehen Das Teil können Sie ruhig ein motten oder sich ins Wohnzimmer stellen. Fragen Sie die Einwohner vorher wenn Sie wieder so ein Projekt planen und Steuergelder verschwenden. P. S. MAN MAG GAR NICHT AN DIE NEUGESTALTUNG DES EINGANG VOM KULTURPARK DENKEN

Wann werden die Tore eingehängt ?

Mut zur Satire!!! Zu wem passt das?

Das ist erschreckend.

Im Mittelalter hat man vor den Toren der Städte immer den Galgen aufgebaut, um Verbrecher und andere unliebsame Bürger ins jenseits zu befördern. Vielleicht lässt sich die Konstruktion ja noch umbauen mit einem Querträger, dann funktioniert das heute auch wieder, das Gericht ist auch in der Nähe! Also zweckgebundene Bauwerke......

Der Brunnen wird an die alte Stelle gesetzt, vielleicht etwas höher in den Wall hinein auf eine Achse mit dem gegenüberliegenden Reuter-Denkmal. Da kommt er wenigstens zur Geltung. Und auf die paar Kosten kommt es dannauch nicht mehr an.

Der Steuerzahler!

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