SOMMER-GEWITTER

▶ Feuerwehr und Freiwillige retten Wildberg vor Katastrophe

Quer durch die Region gingen am Wochenende heftige Gewitter herunter. In Wildberg und den umliegenden Ortschaften war die Situation besonders dramatisch.
Die Kameraden waren rund sieben Stunden im Dauereinsatz.
Die Kameraden waren rund sieben Stunden im Dauereinsatz. Privat
80 Liter Regen pro Quadratmeter – die Feuerwehr hatte viel zu tun am Freitag.
80 Liter Regen pro Quadratmeter – die Feuerwehr hatte viel zu tun am Freitag. Felix Gadewolz
Stephan Wegner, Feuerwehrmann aus Wildberg.
Stephan Wegner, Feuerwehrmann aus Wildberg. Felix Gadewolz
Mitunter standen die Kameraden knietief im Wasser.
Mitunter standen die Kameraden knietief im Wasser. Felix Gadewolz
Wildberg.

Wildberg bei Altentreptow ist am Freitag einer der wenigen Orte in Deutschland gewesen, in denen rund 80 Liter pro Quadratmeter Regen heruntergekommen ist. Der Starkregen war so heftig, dass das Dorf kurz vor einer Katastrophe stand, die die freiwillige Feuerwehr aber verhindern konnte.

Kameraden standen knietief im Wasser

Diesen Starkregen und den damit verbundenen Einsatz wird Stephan Wegner so schnell wohl nicht vergessen. Der 30-jährige Feuerwehrmann aus Wildberg engagiert sich bereits seit 2006 in der freiwilligen Feuerwehr und leitete am Freitagabend den Einsatz am Löschteich.

Schnell war klar, dass die abschüssigen Straßen in der Gemeinde mit rund 600 Einwohnern den Löschteich vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Wildberg zum Überlaufen bringen würden. Doch dass der Pegel so enorm ansteigt, dass das Wasser bis zum Hauseingang von so manchem Gebäude vordrang, hatte zu diesem Zeitpunkt niemand erwartet.

Mehr lesen: Ein fast 200 Jahre altes Reetdachhaus ist nach einem Blitzeinschlag in Elmenhorst-Lichtenhagen abgebrannt. Der Schaden ist enorm. Es bestand akute Gefahr für die umliegenden Reetdachhäuser.

Ein solches Ausmaß hatten wir bisher nie, sagte Stephan Wegner. „Wir standen fast knietief im Wasser, der Pegel stieg circa 50 Zentimeter, immer mehr Wassermengen drangen von Nebenstraßen zum Löschteich vor dem Gerätehaus der Kameraden“, so Wegner.

Wasser riss großen Baum aus dem Boden

Zahlreiche Keller und ein Kornspeicher sind vollgelaufen, Gullys ähnelten einem Springbrunnen, selbst einen größeren Baum hatten die Wassermengen aus dem Boden gerissen und einfach weggespült, sagte Wegner. „Diese Wassermengen überschwemmten sogar Grundstücke, alles nahm in kurzer Zeit eine dramatische Entwicklung“, so Wegner. Gleichzeitig lobte der Gruppenführer jedoch das Zusammenspiel der Gemeinde und Feuerwehren – alle haben geholfen! Auch die freiwilligen Feuerwehren aus Pinnow, Reinberg und Rosenow rückten an und unterstützten die Kameradinnen und Kameraden am Einsatzort.

Rund sieben Stunden habe der Einsatz gedauert, so der Feuerwehrmann. „Die Wassermengen konnten wir nur mithilfe der großartigen Unterstützung bewältigen und in einen naheliegenden Dorfteich umleiten."

Positive Bilanz auch am Samstag, die Wassermengen waren unter Kontrolle gebracht, Anwohner bedankten sich persönlich bei den Einsatzkräften und sprachen ihr Lob für die großartige Arbeit und die Einsatzbereitschaft aus.„Danke! Danke an alle Einsatzkräfte, alle Bürger, die ortsansässige Bäckerei, die uns während des Einsatzes Verpflegung und Getränke zur Verfügung stellte, an alle beteiligten Feuerwehren und Helfer. Was hier gemeinsam bewegt und geleistet wurde, ist großartig gewesen“, so Wegner.

Förderung der Jugendfeuerwehr zahlt sich aus

Bei diesem Einsatz wurde erneut klar, wie wichtig die Förderung der Jugendfeuerwehr und Feuerwehr ist. Viele Kameradinnen und Kameraden, die der Jugendfeuerwehr angehörten, sind nun im aktiven Dienst und haben vor Ort ihr Bestes gegeben. „Daran erkennt man, dass wir durch unsere Jugendarbeit über viele Jahre gut ausgebildete aktive Feuerwehrmitglieder gewinnen. Wir freuen uns über jeden Neuzugang, dies sei in jedem Fall eine Investition in die Zukunft“, sagte Stephan Wegner, der auch Amtsjugendwart im Treptower Tollensewinkel ist.

Für die Zukunft suche man nun Gespräche mit der Gemeinde, nur so könne man vorbeugen und sich vor einem solchen dramatischen Wetterereignis schützen. Es soll geprüft werden, mit welchen Maßnahmen und Mitteln man hier rechtzeitig Gegenwirken kann.

Auch in Neubrandenburg sorgte ein Unwetter für überflutete Straßen, wie Sie in diesem Video sehen können: 

[Video]

Außerdem krachte dabei ein Baum auf ein Wohnmobil – in dem wohl mehrere Schutzengel zugegen gewesen sein müssen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Wildberg

Kommende Events in Wildberg (Anzeige)

zur Homepage