Angriff in Neubrandenburg
Öffentlichkeit bleibt bei Suche nach Messerstecher außen vor

Hier in einem Neubrandenburger Kleingartenverein wurde ein 63-Jähriger niedergestochen. Der verdächtige Täter ist immer noch auf der Flucht. Die Staatsanwaltschaft will aber die Öffentlichkeit noch nicht um Hilfe bitten.
Hier in einem Neubrandenburger Kleingartenverein wurde ein 63-Jähriger niedergestochen. Der verdächtige Täter ist immer noch auf der Flucht. Die Staatsanwaltschaft will aber die Öffentlichkeit noch nicht um Hilfe bitten.
Thomas Beigang

Die Polizei in Neubrandenburg sucht nach einem Mann, der einen Kleingärtner mit einem Messer schwer verletzt hat. Aber warum will die Staatsanwaltschaft sich nicht von der Öffentlichkeit bei der Suche helfen lassen?

Ein 39-Jähriger steht unter dem dringenden Tatverdacht, einen 63 Jahre alten Kleingärtner aus dem Kleingartenverein „Akelei“ am nördlichen Stadtrand Neubrandenburgs am vergangenen Wochenende mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Der Name des Mannes ist bekannt, wie er aussieht, das wissen die Fahnder der Neubrandenburger Polizei ebenfalls und ein richterlicher Haftbefehl ist auch längst ausgestellt. Einziges Manko noch: Der 39-Jährige ist auf der Flucht. Der Kripo in Neubrandenburg ist es auch eine knappe Woche nach der Tat nicht gelungen, ihn festzusetzen.

Kein fester Wohnsitz

„Es stimmt, noch haben wir ihn nicht“, bestätigte am Donnerstag der Sprecher der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft, Gerd Zeisler, den Fakt. Die Fahndung sei auch angesichts der Tatsache, dass der Gesuchte über keinen festen Wohnsitz verfüge, nicht gerade leicht. „Ich gehe aber davon aus, die Polizei weiß noch von einigen Möglichkeiten, den Verdächtigen zu finden.“

Aber würde angesichts dessen die Fahndung nicht leichter fallen, wenn Polizei und Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit um Unterstützung bitten? So wie bei vielen anderen Straftaten auch, wo von den Ermittlern eine genaue Personenbeschreibung von möglichen Verdächtigen geliefert wird.

Jüngstes Beispiel: Nach dem Überfall auf zwei ältere Damen in der Oststadt und im Vogelviertel – beiden wurden von einem jugendlich aussehenden Radfahrer bestohlen – wurde die Öffentlichkeit über dessen mögliches Aussehen informiert.

Vorerst kein Phantombild

Oberstaatsanwalt Zeisler hält die Option noch offen. Erst dann, wenn alle anderen Möglichkeiten bei der Fahndung nach dem Gesuchten ohne Erfolg blieben, will die Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit um Unterstützung bitten. Dann sei sogar die Veröffentlichung eines Fotos des Flüchtigen möglich. „Aber das“, so der Sprecher der Anklagebehörde in Neubrandenburg, „ist nur mit dem Einverständnis eines Richters vom Amtsgericht möglich“. Noch, so zeigt er sich optimistisch, sei das jedoch nicht notwendig.