ROT-GELB-GRÜN AM PFERDEMARKT

Erste Ampel in Neubrandenburg ging vor 50 Jahren in Betrieb

Die Farben Grün, Gelb und Rot mussten Autofahrer in Neubrandenburg zum ersten Mal im Jahr 1969 beachten. Vorher übernahmen deren Job Verkehrspolizisten.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Bis 1969 regelte hier noch ein Polizist den Verkehr.
Bis 1969 regelte hier noch ein Polizist den Verkehr. Thomas Beigang
Der Herr überalle Ampeln in der Stadt: Reiner Schmetzke.
Der Herr überalle Ampeln in der Stadt: Reiner Schmetzke. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Der Mann, der in der Stadtverwaltung die Verantwortung für den Zustand der Neubrandenburger Straßen trägt, hat das Jubiläum gerade zufällig entdeckt. In alten Unterlagen, erzählt Reiner Schmetzke, konnte er lesen, dass im Jahr 1969 die allererste Ampel in der Stadt installiert wurde. Natürlich am damaligen Verkehrsknotenpunkt Nummer eins – am Pferdemarkt, wo der Verkehr aus Norden und Osten in die Stadt floss. „Vorher“, weiß Schmetzke, „stand mitten auf der Kreuzung ein sogenannter Pilz, und darauf schaffte sich in weißer Uniform ein Verkehrspolizist und regelte den Verkehr“. Damals konnten das Polizisten noch, heute steht das Ausbildungsfach Regulieren im Straßenverkehr an der Polizeischule in Güstrow schon lange nicht mehr auf dem Lehrplan.

Eine Ampelkreuzung vor 50 Jahren – heute gibt es 68 in Neubrandenburg. Die werden alle von einem zentralen Rechner in der Stadt gesteuert, der im Keller des wegen Bauarbeiten leergezogenen Rathauses steht. Von hier aus werden unter anderem alle „Lichtsignalanlagen“ und das Neubrandenburger Parkleitsystem überwacht. Noch zu Wendezeiten, weiß Schmetzke, schon damals auch für die Ampeln verantwortlich, gab es nur 18 farbregulierte Kreuzungen in der Stadt. Sechs der Ampelkreuzungen in Neubrandenburg – Pferdemarkt, Filmeck-Kreuzung, Oststadt-Ausfahrt, die neuen an der Ortsumgehung und die Y-Kreuzung – sind 24 Stunden täglich in Betrieb.

An der „Grünen Welle” wurde nichts geändert

Die Steuerung der Ampeln heute beinhalte verschiedene Umlaufzeiten, erklärt der Fachmann, daran sei nichts Starres. Zu verschiedenen Tageszeiten würden unterschiedliche Phasen den Verkehr regeln – je nach Verkehrsaufkommen. Der Ampel-Mann wehrt sich gegen neu aufkommende Gerüchte, wegen der gerade in Betrieb genommenen Ortsumgehung sei an der Grünen Welle in der Stadt „gedreht“ worden. „Quatsch“, sagt Schmetzke, alles sei geblieben, wie es war, und zudem sei auch die „Grüne Welle“ nichts Statisches, sondern je nach Autozahl geschaltet. Überhaupt, so der Rathaus-Mitarbeiter, bei Ampelschaltungen gehe es nur darum, das „Optimum“ für alle Verkehrsteilnehmer zu erreichen, ein „Maximum“ werde es nie geben.

Und deshalb müssten auch Radfahrer weiter mit den Bedarfsampeln, unter Pedalrittern „Bettelampeln“ genannt, leben. Wenn dort, argumentiert Reiner Schmetzke, gerade kein Radler oder Fußgänger für die Farbe grün „drückt“, andere Fahrzeuge trotzdem stehen bleiben müssen, behindere das nicht nur den Verkehrsfluss – „sondern erhöht natürlich durch mehr Abgase die Emissionswerte“. Deshalb könne er die permanente Forderung nach einem Stop für „Bettelampeln“ von grünen Kommunalpolitikern in der Stadt nicht so ganz verstehen.

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Kommentare (1)

Da übersteht einer im Keller der Verwaltung die Wende und weiss Bescheid, vielleicht hätte er doch ein- oder zweimal öfter an die frische Luft gehen sollen. Das die Bedarfs-(Bettel-)ampeln am Pferdemarkt und an der Kreuzung Schwedenstraße für den Autoverkehr völlig irrelevant sind, erkennt man auch ohne grüne Brille.