STADTGESCHICHTE

Der schwarze Adler von Altentreptow ist eingeflogen

Das Wappentier, das einst die Adler-Apotheke an der Oberbaustraße in Altentreptow zierte, ist wieder da. Zwar als Kopie, aber die dürfte um einiges besser sein als das Original.
Dass die einstige Adler-Apotheke wieder ihr Wappentier erhält, ist diesen drei Männern zu danken: Bürgermeister Volker Bartl, Steinmetz Mirko Renger und Detlef Klage, Vorsitzender des Treptower Kultur- und Heimatvereins (v. l.).
Dass die einstige Adler-Apotheke wieder ihr Wappentier erhält, ist diesen drei Männern zu danken: Bürgermeister Volker Bartl, Steinmetz Mirko Renger und Detlef Klage, Vorsitzender des Treptower Kultur- und Heimatvereins (v. l.). Christina Weinreich
Altentreptow.

Der schwarze Adler von Altentreptow ist vor einigen wieder in die Stadt eingeflogen. Der Adler mit goldener Krone stand viele Jahre über der Eingangstür der einstigen Apotheke an der Oberbaustraße. Er war ihr Wappentier, musste aber auf Anordnung von „oben“ 1952 entfernt werden, da die städtischen Machthaber in ihm eine Verherrlichung des Preußentums erkennen wollten. Der Apotheken-Inhaber Peter Malchow musste den Vogel entfernen, verwahrte ihn aber viele Jahre an sicherer Stelle auf, bis der Adler 1978 über die Grenze geschmuggelt und ins Apotheken-Museum nach Heidelberg gebracht werden konnte. Dort kann er bis heute als Leihgabe angeschaut werden.

Ein Flügel brach ab

Der Vorsitzende des Treptower Kultur- und Heimatvereins, Detlef Klage, hatte im vergangenen Jahr die Idee, eine Kopie vom Adler anfertigen zu lassen und diese wieder über die Tür der einstigen Apotheke zu setzen. Dann wäre das Haus wieder komplett. Die Apotheke gibt es nicht mehr. Sie ist inzwischen saniert und zu einem schmucken Verwaltungsgebäude umfunktioniert worden.

Die Idee und ihre Umsetzung ging relativ flott und geräuschlos – wenn man vom Bruch eines Flügels des Originals absieht. 31 Mails und acht Telefonate musste der Vereinsvorsitzende führen und auch einige Gespräche vor Ort waren nötig. In Bürgermeister Volker Bartl fand er sofort einen Gleichgesinnten. „Die Stadt hat sich nach kurzer Verständigung sofort bereit erklärt, die Kosten für Transport, Gießen und Versicherung zu übernehmen“, sagt Klage.

Steinmetz Mirko Renger fielen gleich seine Kontakte zur Bronzegießerei in Süßen ein. Die Firma erbot sich sogar, das Original von Heidelberg selbst zu holen. Das waren immerhin 250 Kilometer, die da zurückgelegt werden mussten. „Hätten wir das von hier aus alles organisieren müssen, wäre das bedeutend mehr Kilometer geworden“, sagt der Steinmetz.

Altentreptow zahlte 6200 Euro

Im Januar wurde der Adler aus dem Museum abgeholt, gescannt und gegossen. Am Donnerstag vor Ostern kam die Adler-Kopie im Rathaus an und die Stadt zahlte für alles 6200 Euro, inklusive Versicherungskosten. Ein schmucker Vogel ist da im Rathaus gelandet. „Der ist nicht nur schöner als das Original, sondern auch haltbarer“, erklärt der Treptower Steinmetz. Der alte sei aus Bleimetall, die Kopie aus Bronze. Bartl, Klage und Renger trafen sich am Freitag, um den bronzenen Vogel zu begutachten und waren vom Anblick entzückt.

Doch soll das Wappentier nicht bis zur Ausrichtung des Stadtfestes im Rathaus weilen. Die Feier anlässlich des 775. Bestehens Altentreptows fällt wegen der Corona-Pandemie aus und wurde ins Jahr 2022 verschoben. „Wir werden den Adler am 18. Juni dieses Jahres anlässlich der Ersterwähnung der Stadt wieder an seinem Platz befestigen“, erklärt Volker Bartl. Und wer von den Treptowern dabei sein möchte, sei sehr willkommen.

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Kommentare (2)

Da kommt Freude auf

...komt wieder. Das mit dem Adler auch das Preußentum wieder in Treptow an der Tollense Einzug hält, ist zwar wünschenswert aber angesichts der Bewusstlosigkeit jener, die sich mit den Privilegien eines Einwohners Mecklenburg-Vorpommerns abspeisen lassen, statt die Rechte eines Bürgers der preußischen Provinz Pommern zu geniessen, wohl noch Zukunftsmusik. Tja, Bewusstsein kommt von Wissen und Wissen ist in unserer Gegenwart eine wahrhaftige Holschuld. Das liegt auch am NK, denn man muss es erstmal schaffen, über den schwarzen Adler von Treptow an der Tollense zu schreiben, ohne Friedrich den Großen zu erwähnen, der immerhin den Anlass gab, dass dieses "Wappentier" überhaupt in Treptow einzog. Die ganze Geschichte →https://www.youtube.com/watch?v=iVuLTCaW5oU