Notfallplan mit Lücken

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Deponie-Brand in Rosenow bringt Probleme ans Licht

Laut Kreisordnungsamt entscheidet der Einsatzleiter vor Ort, ob ein Schadstoff-Messwagen mit hinzugezogen werden muss.
Laut Kreisordnungsamt entscheidet der Einsatzleiter vor Ort, ob ein Schadstoff-Messwagen mit hinzugezogen werden muss.
OVVD

Stundenlang sorgten sich Anwohner, weil nach einem Brand über der Deponie Rosenow dichter Rauch aufstieg. Niemand sagte ihnen, wie bedrohlich die Situation ist. Der Seenplatten-Kreis will nachbessern, dabei macht ein Nachbarkreis längst vor, wie es geht.

Der Qualm über der Rosenower Mülldeponie hat sich nach dem Brand am Mittwoch längst wieder verzogen. Und doch fängt die riesige Rauchwolke jetzt noch einmal so richtig an, die Behörden zu beschäftigen.

Über Stunden war am Mittwoch niemand in der Lage, Bürgern in den umliegenden Dörfern eine Auskunft zu geben auf die Frage: Wehen mit der Wolke eventuell giftige Stoffe von der brennenden Hausmüll-Deponie hinüber in benachbarte Orte? Niemand fühlte sich zuständig, die Bevölkerung zu informieren.

Thema kommt auf die Kreis-Agenda

Am Donnerstag kündigte Kreisordnungsamtsleiter Peter Handsche nun an, im September bei einem Treffen mit den Ordnungsamts-Chefs der Städte und Ämter das Thema „Bevölkerungs-Information“ auf die Tagesordnung zu setzen. Wenn die Diskussion dann abgeschlossen ist, werde man mitteilen, wo es für Bürger Auskünfte bei Vorfällen wie am Mittwoch in Rosenow gebe. Er wolle sich dazu auch zuvor noch mit den Brandschutz-Dienststellen beraten, erklärte Handsche.

Bei unklaren Situationen wie in Rosenow sollten sich die Anwohner bis dahin zunächst an ihren Bürgermeister oder die Polizei wenden, empfiehlt der Kreisordnungsamts-Chef. Das Feuer auf der Deponie hatten die Einsatzkräfte zwar relativ schnell unter Kontrolle bringen können. Doch wie mit der Rauchwolke umzugehen ist, darüber herrschte am Mittwoch offenbar völlige Unklarheit. Grundsätzlich entscheide der Feuerwehr-Einsatzleiter vor Ort, ob ein Schadstoff-Messwagen mit hinzugezogen werde, sagte Handsche.

Den Einsatz des ABC-Erkunders aus Gielow habe er am Mittwoch allerdings selbst initiiert, nachdem er von Landrat Heiko Kärger über den Deponie-Brand informiert worden sei. „Nachdem Vermutungen laut geworden waren, wollte ich eine Gefährdung ausschließen“, begründete Handsche sein Eingreifen. Als die Gielower dann zweieinhalb Stunden nach Ausbruch des Brandes auf der Deponie eintrafen, hatte sich die Rauchwolke aber bereits verzogen.

Im Nachbar-Landkreis ist das Vorgehen klar

Im Landkreis Rostock, der es in den vergangenen Wochen schon öfter mit Deponie-Bränden zu tun bekommen hatte, verwundert unterdessen das Vorgehen bei den Nachbarn. Bei einer Rauchwolke über einer brennenden Mülldeponie werde grundsätzlich ein Messwagen alarmiert, heißt es hier.

Wenn zudem der Deponie-Betreiber Anwohner auffordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wie es am Mittwoch in Rosenow passiert ist, veranlasse die Rettungsleitstelle außerdem entsprechende Rundfunkdurchsagen. Auch darauf haben die Einwohner rund um die Rosenower Deponie am Mittwoch vergeblich gewartet.