GEGEN „NAZI-GEDÖNS” UND ALTERSARMUT

Demos auf dem Marktplatz Neubrandenburg

Gleich zwei Kundgebungen fanden am Freitag auf dem Neubrandenburger Marktplatz statt. Beide hatten im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Einige hatten gar die Sorge, dass es im Umfeld zu tätlichen Auseinandersetzungen kommen könnte. Doch einzelne Teilnehmer fanden sogar zueinander.
Tim Prahle Tim Prahle
Nicht alle Teilnehmer der Mahnwache waren mit dem Gegen-Protest einverstanden.
Nicht alle Teilnehmer der Mahnwache waren mit dem Gegen-Protest einverstanden. Tim Prahle
Im Vorfeld hatte das Bündnis " Neubrandenburg nazifrei” mit bis zu 100 Teilnehmern gerechnet. Es kamen dann do
Im Vorfeld hatte das Bündnis " Neubrandenburg nazifrei” mit bis zu 100 Teilnehmern gerechnet. Es kamen dann doch nur 20. Tim Prahle
Gegenüber nahmen an der Mahnwache gegen Altersarmut, die Kerstin Bach (Bildmitte) ins Leben rief, gut 30 Menschen auf dem
Gegenüber nahmen an der Mahnwache gegen Altersarmut, die Kerstin Bach (Bildmitte) ins Leben rief, gut 30 Menschen auf dem Marktplatz teil. Tim Prahle
Gegen Ende kam es dann tatsächlich zur Diskussion miteinander. Zwei Teilnehmerinnen der Nazifrei-Initiative suchten das G
Gegen Ende kam es dann tatsächlich zur Diskussion miteinander. Zwei Teilnehmerinnen der Nazifrei-Initiative suchten das Gespräch. Tim Prahle
Neubrandenburg.

Die einen demonstrierten gegen Altersarmut, die anderen gegen „Nazi-Gedöns”, wie sie es nannten. In zwei Ecken des Neubrandenburger Marktplatzes hatten sich am Freitagnachmittag die Gruppen zusammengefunden. Beim HKB fanden sich rund 30 Teilnehmer zu einer Mahnwache gegen Altersarmut zusammen. Anmelderin Kerstin Bach hatte im Vorfeld betont, dass die Kundgebung doch nicht im Zeichen der umstrittenen Bewegung „Friday gegen Altersarmut” stehe. Sie und die Teilnehmer tauschten sich untereinander über eigene Erfahrung oder die der Eltern aus, warben unter anderem für die Aufhebung der Rentenbesteuerung.

Viele Sorgen im Vorfeld

Im Vorfeld hatte Bach sogar erwogen, die Veranstaltung abzusagen, sie selbst sei ins Visier radikaler Gruppen geraten und fürchtete, dass Teilnehmer der Demo attackiert würden. Doch die Mahnwache fand statt – und die Sorge blieb unbegründet. Zur gewaltsamen Konfrontation kam es nicht.

Von der Organisation „Neubrandenburg nazifrei” versammelten sich am Nachmittag rund 20 Menschen. Mit gleich zwei Anlässen im Gepäck. Zum einen wegen des einjährigen „Jubiläums” des Thor-Steinar-Ladens in der Stargarder Straße. Trotz Räumungsklage läuft der Handel weiter. Versammlungsleiterin und Stadtvertreterin Amina Kanew (Linke) wünschte sich zudem, dass die Stadt Neubrandenburg mehr Druck ausübt und sich deutlicher gegen das Geschäft positioniert. Der Laden sei, so Kanew, ein Rückzugsort für Rechtsextreme.

Angriff erst vor zwei Tagen

Den Farbanschlag auf das Geschäft in der Nacht zu Donnerstag, bei dem auch ein benachbarter Imbiss beschädigt wurde, verurteilte sie. „Unserer friedlichen Sache ist das nicht dienlich und es kann kein Mittel des Protestes sein.” Gleichwohl stellte sie infrage, dass in sozialen Netzwerken Linke automatisch für den Anschlag verantwortlich gemacht würden.

Die Kundgebung von „Nazifrei Neubrandenburg” war ursprünglich aber auch eine Gegenveranstaltung zu der Mahnwache gegen Altersarmut. „Die AfD hat es in sechs Jahren nicht geschafft, ein Rentenkonzept vorzulegen. Dass Mitglieder dieser Partei jetzt gegen die niedrigen Renten demonstrieren, sei „scheinheilig”.

Sanfte Annäherung

Kerstin Bach auf der anderen Seite betonte jedoch rigoros, dass dies keine Veranstaltung der AfD sei. Und was im Vorfeld so unversöhnlich schien, brachte am Ende zumindest einen Anflug der sachlichen Diskussion. Da tauchten zwei Teilnehmerinnen von der Gegenseite plötzlich bei Kerstin Bach und ihren Mitstreitern auf. „Wenn wir wirklich denken würden, dass hier nur die AfD herumläuft, wären wir gar nicht erst rübergekommen”, sagte eine der beiden.

Einigen, wer nun in welcher Form das Recht hat gegen Altersarmut auf die Straße zu gehen, konnten sich die Demonstranten zwar trotzdem nicht. Aber zumindest blieb es, wohl mit Ausnahme vereinzelter Beschimpfungen, friedlich. Kerstin Bach war mit ihrer ersten Mahnwache in Neubrandenburg sehr zufrieden. „Wer weiß, ob wir nächstes Mal nicht noch mehr Menschen sind”, sagte sie.

 

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Kommentare (5)

verirrte leutchen nb nazifrei wahnsinn so viele

Da waren die Attentäter sicher nicht unter ihnen, die haben nur Angst, das sie erkannt werden, trotz Vermummung. Nur noch eine Frage der Zeit bis Deutschland Kaputzenjacken ect. verbietet, dann stehen sie nackig da, welch ein Spaß.

Freuen sie sich lieber auf den Tag, an den die Antifa als terroristische Vereinigung, in Amerika eingestuft wird. Dies hätte nämlich auch interessante Auswirkungen auf hiesige Unterstützer. Einreiseverbote, Kontosperrungen etc. sind da nur der Anfang.

Analphabeten Demo. Schreibt Euch nicht ab!

Bevor Sie hier mit Dreck werfen, dürfen auch Sie in den Duden schauen.
Der Ausdruck ist jedoch (zugegeben) etwas verstaubt.