GERICHT FÄLLT URTEIL

▶ David H. wegen Mordes an Leonie verurteilt

Knapp vier Monate musste sich Leonies Stiefvater vor Gericht für den gewaltsamen Tod des sechsjährigen Mädchens verantworten. Jetzt ist ein Urteil gefallen.
Der Stiefvater der kleinen Leonie, David H. (rechts) ist wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt worden.
Der Stiefvater der kleinen Leonie, David H. (rechts) ist wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt worden. NK-Archiv / Andreas Becker
Leonies leiblicher Vater trug am Tag der Urteilsverkündung dieses T-Shirt - so wie auch viele Personen im Gerichtssaal.
Leonies leiblicher Vater trug am Tag der Urteilsverkündung dieses T-Shirt - so wie auch viele Personen im Gerichtssaal. Bernd Wüstneck
Das Publikums-Interesse am Leonie-Prozess ist am Tag der Urteilsverkündung riesig.
Das Publikums-Interesse am Leonie-Prozess ist am Tag der Urteilsverkündung riesig. Andreas Becker
Kerzen und Plüschtiere vor dem Eingang des Hauses, in dem am 12. Januar 2019 Leonie ums Leben kam.
Kerzen und Plüschtiere vor dem Eingang des Hauses, in dem am 12. Januar 2019 Leonie ums Leben kam. Stefan Sauer
Am ersten Prozesstag zeigte der Angeklagte einen „Stinkefinger”, der offensichtlich dem Vater der getöten Leo
Am ersten Prozesstag zeigte der Angeklagte einen „Stinkefinger”, der offensichtlich dem Vater der getöten Leonie galt. Bernd Wüstneck
Im September 2018 postete David H. die Familienküche auf Facebook. Im selben Monat soll der Angeklagte hier die kleine Le
Im September 2018 postete David H. die Familienküche auf Facebook. Im selben Monat soll der Angeklagte hier die kleine Leonie geschlagen und misshandelt haben. privat
Es war der zweite Schock im Drama um die nach schweren Misshandlungen gestorbene kleine Leonie – die Flucht des unter Mo
Es war der zweite Schock im Drama um die nach schweren Misshandlungen gestorbene kleine Leonie – die Flucht des unter Mordanklage stehenden Stiefvaters aus dem Polizeihauptrevier Pasewalk. 48 Stunden nach Leonies Tod war der 28-jährige David H. im Anschluss an eine Vernehmung geflüchtet. NK-Archiv
David H. wurde nach seiner tagelangen Flucht vor der Polizei in Neu Koserow festgenommen.
David H. wurde nach seiner tagelangen Flucht vor der Polizei in Neu Koserow festgenommen. privat
In Anklam: David H. nach seiner tagelanger Flucht.
In Anklam: David H. nach seiner tagelanger Flucht. Karsten Riemer
Etwa 400 Menschen waren im Januar zu der Trauer-Kundgebung für Leonie in Wolgast gekommen.
Etwa 400 Menschen waren im Januar zu der Trauer-Kundgebung für Leonie in Wolgast gekommen. Tilo Wallrodt
Unzählige Herz-Luftballons stiegen in Wolgast bei der Beisetzung von Leonie aus Torgelow in den Himmel.
Unzählige Herz-Luftballons stiegen in Wolgast bei der Beisetzung von Leonie aus Torgelow in den Himmel. Tilo Wallrodt
Der Prozess in Neubrandenburg ist nun vorerst zu Ende.
Der Prozess in Neubrandenburg ist nun vorerst zu Ende. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Leonies Stiefvater David H. ist wegen Mordes durch Unterlassen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das hat das Landgericht Neubrandenburg am Donnerstag um kurz nach 10 Uhr verkündet. Die Urteilsbegründung dauerte zunächst noch an. Nach der Verkündung des Strafmaßes gab es spontan Jubelrufe im Publikum. Leonies leiblicher Vater Oliver E. und mehrere Personen im Publikum trugen T-Shirts mit den Aufschriften "Leonie" und  "Es gibt nur ein gerechtes Urteil".

Der Angeklagte, der im Prozess weitgehend stumm blieb, sorgte am Tag der Urteilsverkündung mit einer obszönen Finger-Bemalung für Empörung.

Leonie (6) zu Tode gequält – Gehirnblutung wegen Schlägen

Das Mädchen wies an ihrem Todestag am 12. Januar 2019 massive Verletzungen und Knochenbrüche am Kopf und vielen anderen Körperteilen auf. Laut eines rechtsmedizinischen Gutachtens seien die heftigen und am Ende tödlichen Verletzungen durch heftige Schläge und Tritte verursacht worden. Haupttodesursache sei demnach eine Gehirnblutung gewesen sein. Viele der Verletzungen seien mehrere Tage und Wochen alt gewesen und seien nicht erst am Todestag verübt worden, so eine Rechtsmedizinerin.

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Der Angeklagte hatte in den polizeilichen Vernehmungen und in einer durch seine Anwälte vor Gericht verlesenen Stellungnahme stets bestritten, die kleine Leonie geschlagen zu haben. Im Gegenzug hatte David H. behauptet, dass Leonie aufgrund der Folgen eines Treppensturzes am 12. Januar gestorben sei. Einen solchen Sturz konnte auch die Gerichtsmedizinerin in ihrem Gutachten nicht gänzlich ausschließen.

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Doch die schweren Verletzungen, an denen das Mädchen gestorben war, seien dadurch kaum zu erklären. Das Gericht ist daher davon überzeugt, dass David H. dafür verantwortlich ist und erst sehr spät den Notruf gewählt hatte, um die Taten zu verdecken. Wäre der Notarzt nicht erst Stunden nach dem angeblichen Sturz gerufen worden, hätte Leonie womöglich überleben können.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob die Verteidiger von David H. Revision einlegen, ist noch offen.

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