CORONAVIRUS

Corona soll in Pflegeheimen keine Chance haben

In den Pflegeeinrichtungen in und um Altentreptow unternehmen Beschäftigte und Betreiber alles, um virenfrei zu bleiben. Und es wird eine fast vergessene Tugend wieder entdeckt.
Immer schön auf Abstand: Pflegechefin Marianne Ehlert (l.) mit ihrer Kollegin Kathleen Lüdke.
Immer schön auf Abstand: Pflegechefin Marianne Ehlert (l.) mit ihrer Kollegin Kathleen Lüdke. Danilo Vitense
Verhaltensregeln sind jetzt an allen Eingangstüren von Pflegeeinrichtungen zu lesen.
Verhaltensregeln sind jetzt an allen Eingangstüren von Pflegeeinrichtungen zu lesen. Danilo Vitense
Burow.

Das Eindringen des Coronavirus in Pflegeeinrichtungen in Altentreptow und Umgebung dürfte derzeit der Albtraum vieler in den Pflegeheimen Beschäftigter sein. Doch bislang hat es dieser Krankheitserreger noch nicht hineingeschafft. Das soll auch so bleiben, darum bemühen sich die Mitarbeiter täglich neu.

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Sozialstation verfügt noch über Schutzausrüstung

„Bei uns läuft alles gut“, sagte Marianne Ehlert, die Chefin der Diakonie Sozialstation, die in Burow ihren Hauptsitz hat, aber auch in Siedenbollentin eine Einrichtung betreibt. Rund 30 Frauen und Männer werden an beiden Standorten betreut. Seit etlichen Tagen geschlossen ist die Tagesbetreuung. Rund 20 Personen nahmen dieses Angebot täglich wahr. Die Angehörigen haben die Pflege übernommen und wo keine sind, da schauen die Diakonie-Mitarbeiter mehrfach am Tag rein und kümmern sich.

Dass es seit Tagen eine Kontaktsperre gibt und niemand mehr Besuch empfangen darf, dafür hätten alle Verständnis, sagt die Pflegechefin. „Und es halten sich auch alle sehr diszipliniert an die Regeln. Eine psychische Belastung ist es dennoch für alle.“ Die Sozialstation verfüge derzeit über ausreichend Schutzausrüstung.

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Dennoch gibt es Hilfsangebote von außen. „Eine Altenhagenerin näht uns beispielsweise Masken, zwei Mitarbeiterinnen sitzen ebenfalls an der Nähmaschine“, berichtet Marianne Ehlert und freut sich über dieses solidarische Miteinander. Sollte der Virus dennoch ins Heim gelangen, können Betroffene sofort isoliert werden. Es gebe ohnehin nur Einzelzimmer. Dann würde sofort das Gesundheitsamt informiert und bei auftretendem Fieber gleich der Arzt gerufen.

Diese besondere Situation mache auch erfinderisch und wecke längst vergessene Tugenden: Weil der direkte Kontakt fehle, entdeckten viele wieder das Briefeschreiben. In etlichen würden auch Fotos beigelegt. Selbstverständlich stehe auch jedem die Möglichkeit des Telefonierens bereit.

Das Gesundheitsamt Rostock zeigt Hygienetipps für Coronavirus:  

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Alltag so normal wie nur möglich gestalten

Streng werde jetzt zwischen Innen- und Außendienstmitarbeitern getrennt. „Die Leute, die in der Häuslichkeit betreuen, bleiben auch draußen, damit nichts in Haus geschleppt wird. Sie fahren vor und wir gehen hinaus, um miteinander zu reden. In gebührendem Abstand selbstverständlich.“

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Den Alltag so normal wie möglich zu gestalten, ist auch in den drei Wohngemeinschaften des ambulanten Pflegedienstes in Pinnow der Fall. 28 Personen leben hier und werden rund um die Uhr betreut. Weder Friseur, Ergotherapeuten, noch die Fußpflege dürfen derzeit ihre Dienste in der Einrichtung tun. Das, so Maria Messing, eine der beiden Pflegedienstinhaberinnen, erledigen die Mitarbeiterinnen erst einmal mit. In Pinnow sei alles noch wohlauf und es sei ausreichend Schutzkleidung vorhanden. „Unsere zwei, drei rüstigen Leute treten auch noch täglich ihren kleinen Gang ins Dorf an. Ansonsten kochen wir wie gewohnt gemeinsam unser Mittag und backen Kuchen.“

Fotos und Videos halten den Kontakt aufrecht

Im Hause pro persona.car in Altentreptow werden gerade Unterschriften eingeholt. Damit sollen Bewohner und Angehörige signalisieren, dass kleine Videos gedreht und Fotos gemacht werden dürfen. So erhalten beide Seiten Lebenszeichen voneinander in Zeiten eventuell noch lang anhaltender Kontaktsperre. 14 Leute leben im Haus an der Poststraße, die Tagespflege ist wie in Burow ausgesetzt worden. „Wir haben unsere Bewohner in kleinere Gruppen aufgeteilt“, sagt Silvia Pfau, die derzeit die Einrichtung leitet. Der Spaziergang auf dem hauseigenen Gelände gehöre weiter zum Tagesablauf – je nach Wetterlage.

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