RAZZIA IN NEUBRANDENBURG

Bande soll 155 Vietnamesen eingeschleust haben

Die Bundespolizei ermittelt gegen eine vietnamesische Schleuserbande, die 155 Personen nach Deutschland geschleust haben soll. Hier wurden die Menschen offenbar erst einmal weggesperrt.
Gegen 7 Uhr hatten sich Polizisten in Neubrandenburg Zutritt zu einem Haus nahe der alten Post verschafft. Das Foto zeigt den
Gegen 7 Uhr hatten sich Polizisten in Neubrandenburg Zutritt zu einem Haus nahe der alten Post verschafft. Das Foto zeigt den Innenhof. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Im Fokus der Razzia der Bundespolizei gegen eine vietnamesische Schleuserbande, die auch in Neubrandenburg stattgefunden hat, steht den Ermittlern zufolge eine Organisation, die in Deutschland, Rumänien und Vietnam verschiedene Firmen im Reise-, Import/Export- und Personalvermittlungsgewerbe betreibt. Den vietnamesischen Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, mindestens 155 vietnamesische Staatsangehörige ohne aufenthaltsrechtliche Befugnisse nach Deutschland eingeschleust zu haben.

 

 

 

 

Zwei Frauen in Neubrandenburg gefunden

In Neubrandenburg sind nach Polizeiangaben bei der Wohnungsdurchsuchung zwei Frauen angetroffen worden, aber nicht die Person, die die Polizei dort erwartet habe, so ein Sprecher. Diese beiden Frauen gehören zu den 30 Personen, die im Zuge des deutschlandweiten Einsatzes aufgegriffen worden waren und deren Identität beziehungsweise Aufenthaltsstatus noch geklärt werden müsse.

Sprich, es müsste ermittelt werden, ob sich die Personen zum Beispiel illegal in Deutschland aufhalten. Außerdem müsste geklärt werden, ob es einen Kontakt zu der Person gegeben habe, die dort eigentlich angetroffen werden sollte.

Durch ein Schleusernetzwerk sollen die Leute mittels vollbesetzter Pkw über verschiedene Routen durch osteuropäische Länder nach Deutschland transportiert worden sein. Hier wurden die Eingeschleusten in sogenannte „Safehouse” untergebracht beziehungsweise festgehalten, bis der Schleuserlohn in Höhe von 5000 bis 20.000 US-Dollar gezahlt worden ist. Solange wurde ihnen ihr Hab und Gut vorenthalten, wie die Polizei mitteilte.

Neubrandenburg war der einzige Ort in Mecklenburg-Vorpommern, der in das Visier der Ermittler geraten war. Dabei sei es hierbei aber nicht um einen Hauptbeschuldigten gegangen, sondern um eine geschleuste Person oder gar einen Schleuser.

700 Einsatzkräfte bundesweit aktiv

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit insgesamt 700 Kräften zudem in Berlin, Sachsen, Hessen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor Ort. Sie vollstreckten Durchsuchungsbeschlüsse für insgesamt 32 Objekte. Der Schwerpunkt der Maßnahme habe dabei im Großraum Berlin – mit 22 Objekten – gelegen. Sechs Untersuchungshaftbefehle des zuständigen Amtsgerichtes Berlin konnten nach ersten Angaben vollstreckt werden.

 

 

 

 

Die Durchsuchungen förderten laut Polizei zahlreiche Beweismittel wie Smartphones, Tablets sowie weitere Speichermedien, Passkopien, Reiseunterlagen, persönliche Notizen und einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag zu Tage. Die Auswertung der Beweise dauert an.

Europol an der Operation beteiligt

Hintergrund der Durchsuchungen ist laut Polizei ein Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft Berlin seit Juni 2019 wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von vietnamesischen Staatsangehörigen führt.

Anlass der Ermittlungen war die Kontrolle eines slowakischen Fahrzeugs mit vietnamesischen Insassen durch Bundespolizei-Beamte an der deutsch-tschechischen Grenze in Sachsen im Dezember 2018. Europol begleitete diesen Schleusungsfall durch internationale Koordination und operativer Unterstützung, hieß es weiter.

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