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Trotz Leinenzwang

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Angst vor großen Hunden in Neubrandenburg

In Neubrandenburg sind Rottweiler frei herumgelaufen.  
In Neubrandenburg sind Rottweiler frei herumgelaufen.
Montage mit Fotos von: Thomas Beigang/Franziska Kraufmann

Freilaufende Hunde haben für Aufregung in Neubrandenburg gesorgt. Ein Mann, der ebenfalls einen Hund besitzt, ging sogar zur Polizei. Die schickte ihn aber wieder fort, weil sie nicht zuständig war.

Lieber ohne Namen. Der junge Mann, der im Neubrandenburger Katharinenviertel wohnt, will hier weiter in Ruhe leben – ohne noch mehr Ärger mit anderen Mietern im Kiez. Denn dort musste der Neubrandenburger gerade etwas erleben, was ihm große Angst einjagte. Nur, weil er den Mund aufgemacht hat.

„Ich bin mit unserem Chihuahua, einem Exemplar einer wirklich winzigen Hunderasse, abends Gassi gegangen. Und dabei sind zwei freilaufende Rottweiler auf mich zugelaufen. Da wurde mir ganz anders“, schildert der Hundebesitzer am Nordkurier-Telefon. Erste Reaktion der erschrockenen Mannes: Seinen eigenen Hund auf den Arm nehmen, um den zu beschützen.

Leinenzwang in Neubrandenburg

„Gott sei Dank bremsten die Rottweiler vor mir ab. Aber – wer lässt die frei herum laufen? In Neubrandenburg herrscht Leinenzwang, aber daran halten sich längst nicht alle Hundehalter“, schimpft der Betroffene.

Nur wenig später, die großen Hunde hatten von ihm abgelassen, musste der die Besitzer der Rottweiler wahrnehmen: „Die standen in einem Hauseingang und haben sich was gefeixt. Und als ich sie darauf ansprach, besser auf ihre Tiere aufzupassen, haben die richtig sauer reagiert“.

Polizei verweist aufs Ordnungsamt

Solches Fehlverhalten („Was kann da alles passieren!“), wollte der Neubrandenburger nicht auf sich sitzen lassen und hat gleich am nächsten Tag den Weg zur Polizei gesucht. Dort wollte er anzeigen, was er erleben musste, damit am Ende nicht doch noch etwas Schlimmes geschieht.

„Aber die Polizisten haben mich weggeschickt“, so der empörte Chihuahua-Besitzer. Dafür, so hieß es auf dem Revier, seien nicht sie zuständig, sondern das städtische Ordnungsamt. „Weil mir ja nichts passiert ist“, lautete die Auskunft, so der verhinderte Anzeiger.

Die Beamten haben richtig gehandelt, sagt eine Sprecherin der Neubrandenburger Polizei auf Nordkurier-Nachfrage. Für die Durchsetzung der Leinenpflicht sei tatsächlich nicht die Polizei zuständig, sondern das Ordnungsamt. Manchmal würde die Polizei die Mitarbeiter des Außendienstes auf deren Streifen begleiten – mehr aber auch nicht.

Kontrollen finden statt

Im Rathaus wird versichert, auch in den Sommermonaten seien die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in der Stadt unterwegs – trotz der Tatsache, dass einige von ihnen als Rettungsschwimmer an den Stränden der Stadt für Ordnung und Sicherheit sorgen. „Dabei stehen auch Hundehalter und die Einhaltung der für diese geltenden Regeln im Blickfeld der Kontrollen“, sagte ein Rathaus-Sprecher auf Anfrage.

Erst vor wenigen Wochen verkündete die Stadtverwaltung, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit Unterstützung der Polizei in den Stadtgebieten Datzeberg, Reitbahnviertel und in der Ihlenfelder Vorstadt Kontrollen zur Einhaltung der Stadtverordnung über das Führen von Hunden in Neubrandenburg durchgeführt hat.

Sieben gefährliche Hunde in Neubrandenburg

Dabei sind 33 Hunde-Halter überprüft worden. Festgestellt wurden 16 Verstöße. Zwei mündliche Verwarnungen wurden ausgesprochen und gegen 14 „Herrchen“ und „Frauchen“ Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Schwerpunktmäßig soll es dabei um die Einhaltung der Steuerpflicht, die Kontrolle von Haltern mit gefährlichen Hunden, den Leinenzwanges sowie um das Beseitigen von Hundekot gehen.

Die Zahl der gemeldeten gefährlichen Hunde in Neubrandenburg – zu denen zählen Rottweiler nicht – liegt nach Ratshaus-Angaben aktuell bei sieben. An Hundesteuer hat Neubrandenburg im vergangenen Jahr rund 286.000 Euro eingenommen.