GERICHT

Angeklagter Syrer schwänzt Verhandlung in Neubrandenburg

Wer nicht hören will, muss fühlen. Deshalb hat ein 22-jähriger Syrer jetzt mit härteren Bandagen zu rechnen. Die Polizei muss ihn aber erst einmal finden.
Der Mann hat den Prozess am Neubrandenburger Gericht geschwänzt.
Der Mann hat den Prozess am Neubrandenburger Gericht geschwänzt. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Der in Neubrandenburg lebende Mahmod A. wird gesucht. Ganz offiziell jetzt. Am Mittwoch erließ Richter Jörg Landes einen Haftbefehl gegen den 22-jährigen Syrer, weil der dem Prozess fernblieb, in dem er die Hauptrolle spielen sollte. Der junge Mann war der gefährlichen Körperverletzung, des Widerstands gegen Polizeibeamte und wegen Sachbeschädigung angeklagt.

Todesdrohung gegen Polizisten

Der Mann soll im vergangenen Sommer einige Male empfindlich das Leben auf dem Marktplatz gestört haben. Am 18. Juli soll er vor den Treppen zum HKB dort sitzende Punker erst beleidigt und dann mit einem Messer herumgefuchtelt haben, bis eine Hand zu bluten begann. Selbst der alarmierten Polizei gelang es nur mit großer Mühe, den aufgebrachten Messerschwinger in den Griff zu bekommen. Die Beamten aus dem Neubrandenburger Revier mussten sogar Pfefferspray einsetzen – das brachte ihnen die Drohung ein, am nächsten Tag sterben zu müssen.

Viel Theater auch am letzten August-Wochenende 2019 beim Vier-Tore-Fest in Neubrandenburg. Weil seine Freundin medizinisch in einem Sanitäterzelt behandelt werden musste, ihm dort aber der Eintritt verwehrt wurde, soll der Angeklagte mit Pöbeleien und Rangeleien begonnen haben. Den Platzverweis der Polizei, so die Anklage, hat er ignoriert, der Mann flippte aus und musste schließlich „fixiert“ werden.

Polizei sollte mal auf dem Marktplatz nachsehen

Wo er gerade steckt, ist ungewiss. Bei der Polizei heißt es, nach Eintreffen des Haftbefehls beschäftige sich der Sachbereich Fahndung im Kriminalkommissariat der Vier-Tore-Stadt damit, den gesuchten Prozessschwänzer zu finden. Und die Ermittler dort seien ziemlich ehrgeizig und würden über einige Mittel verfügen, den Aufenthaltsort ans Tageslicht zu bringen. Einer der Zeugen, die sich auf den Weg ins Gericht gemacht hatten, gibt noch einen Tipp mit: Zwischen 15 und 18 Uhr soll sich der Gesuchte oft auf dem Marktplatz aufhalten.

Hat die Neubrandenburger Polizei den jetzt zur Fahndung Ausgeschriebenen gefasst, zieht Mahmod A. in eine Zelle ein, um hier in aller Ruhe auf einen neuen Gerichtstermin zu warten.

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Kommentare (1)

Es war doch vorhersagbar, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen nach begangenen Straftaten sich vor der Verurteilung dem Zugriff entziehen. Das hatten wir doch schon mehrfach registrieren müssen. Und wenn man den Täter dann im Ausland stellt, gibt es bürokratische Hemmnisse der Überstellung nach Deutschland. Leider haben wir nur einen Dr. Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums, der eine erfolgreiche Rückholung bewerkstelligen konnte. Wenn das deutsche Rechtssystem derart harmlos ist und dem Täter Gelegenheit gibt, sich rechtzeitig abzusetzen, sollte die Möglichkeit einer frühzeitigeren Gewahrsamnahme in einer Gesetzesänderung festgeschrieben werden. Jetzt muss die Polizei das ausbaden, was die Justiz verbockt hat. Macht ja nichts, werden ja beide aus Steuermitteln bezahlt, und das Steuersäckel füllt der doofe Bürger.