UMWELTBEWUSSTSEIN NIMMT ZU

Mehrheit der Bevölkerung sieht Defizite bei Energiewende

Das Bewusstsein der Menschen in Deutschland für Umweltpolitik ist in den vergangenen Jahren gestiegen.
dpa
Windkraft
Als wichtige Maßnahmen für die Energiewende bezeichneten 92 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland den Ausbau erneuerbarer Energiequellen wie Windkraft und Sonne. Foto: Patrick Pleul

Während 2016 noch 53 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtiges Problem bezeichneten, waren es zwei Jahre später 64 Prozent. Das geht aus der aktuellen Umweltbewusstseinsstudie hervor, die vom Bundesumweltministerium veröffentlicht wurde.

«Die Dringlichkeit des Umwelt- und Klimaschutzes ist in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger angekommen», sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Präsentation der Studie in Berlin.

Vier von fünf Menschen in Deutschland finden, dass die Energiewende für einen besseren Klimaschutz zu schleppend vorankommt. Davon stimmen 43 Prozent der Aussage «voll und ganz» sowie 38 Prozent «eher» zu. Als wichtige Maßnahmen für die Energiewende bezeichneten 92 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland den Ausbau erneuerbarer Energiequellen wie Windkraft und Sonne. Die Befragung wurde den Angaben zufolge in der zweiten Jahreshälfte 2018 durchgeführt.

Rund vier von fünf der Befragten ging auch der Ausstieg aus der Atomenergie zu langsam, 85 Prozent trafen diese Aussage für den Ausstieg aus fossilen Energiequellen wie Kohle und Gas. «Diese Befunde verstehe ich als Auftrag», betonte Schulze. Sie bekräftigte mit Blick auf die Studie ihre Forderung nach einem CO2-Preis sowie einem verbindlichen Klimaschutzgesetz.

Am wichtigsten fanden die Befragten, dass die Energieeffizienz durch neue Technologien gesteigert werde und die Wirtschaft weniger Energie verbrauche (jeweils rund 95 Prozent). Zudem finden es laut Studie 88 Prozent in Ordnung, wenn durch die Energiewende einzelne Industriezweige wie der Kohlebergbau umstrukturiert werden.

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