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„Komm, Sascha”: Becker feuert Zverev beim Auftaktsieg an

Am Tag der Arbeit musste Alexander Zverev auf dem Tennisplatz nur im umkämpften ersten Satz richtig ranklotzen.
dpa
Alexander Zverev
Alexander Zverev musste im ersten Satz gegen den Argentinier Juan Ignacio Londero kämpfen. Foto: Sven Hoppe
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Unter den Augen von Boris Becker gewann der ATP-Weltmeister sein Auftaktspiel vor vollen Rängen beim Sandplatzturnier in München gegen den Argentinier Juan Ignacio Londero mit 7:5, 6:1. «Jedes Mal, wenn ich hier auf dem Platz stehe, kommt mein Selbstbewusstsein wieder», sagte Zverev nach seinem 64-Minuten-Match im Interview auf dem Center Court. «Für eine erste Runde war das Wahnsinn», sagte der 22-jährige Hamburger zur Unterstützung der Zuschauer.

Nach einem Freilos in Runde eins zog der Turnierfavorit bereits ins Viertelfinale ein, in dem er auf den ungesetzten Chilenen Cristian Garin trifft. «Hier hat vor fünf Jahren irgendwie alles für mich begonnen. Jetzt hoffe ich, dass es hier klappt mit dem Titel-Hattrick», sagte Zverev, der in diesem Jahr noch titellos ist.

«Mein Spiel wiederfinden» - unter dieses Motto stellte Deutschlands bester Tennisspieler die Woche in München. Das gelang ihm gegen den 25-jährigen Londero erst nach zähem Beginn. Härte und Präzision in den Schlägen wechselten anfangs noch stark. Aber die spektakulären und wichtigen Punkte gewann Zverev - ein Zeichen von Weltklasse.

«Komm, Sascha», rief ihm Becker beim Stand von 6:5 im ersten Satz von der Tribüne aus zu. Prompt erkämpfte sich Zverev mit einem fantastischen Rückhandschlag den ersten Satzball. Der zweite führte dann zum 7:5. Im zweiten Durchgang gelang Deutschlands Nummer eins sogar ein Kunstschlag durch die Beine. Jetzt war Londero nur noch ein Sparringspartner, nach gut einer Stunde war die Partie vorbei.

Zwei deutsche Profis können Zverev ins Viertelfinale folgen, der dreimalige Turniersieger Philipp Kohlschreiber (35) und Youngster Rudolf Molleker (18). Routinier Kohlschreiber setzte sich in seinem Auftaktmatch mit 6:2, 7:5 gegen den Südtiroler Andreas Seppi durch. «Ich bin gut gestartet, ich fühle mich gut. Es war wunderschön zu spielen», sagte Kohlschreiber.

Im Achtelfinale erwartet ihn eine knifflige Aufgabe gegen den an Nummer zwei gesetzten Russen Karen Chatschanow. «Das ist ein sehr aggressiver Grundlinienspieler, ein sehr guter Aufschläger, er will mit der Vorhand immer Druck machen», äußerte Kohlschreiber über Chatschanow: «Für mich heißt es von Anfang an: volle Attacke!»

Der 18-jährige Molleker setzte sich gegen Marius Copil aus Rumänien nach hartem Kampf mit 7:6 (7:5), 4:6, 6:4 durch. Der Berliner darf sich nun auf die große Achtelfinal-Prüfung gegen den an Nummer vier gesetzten Roberto Bautista Agut aus Spanien freuen. «Das ist einer für die Zukunft», sagte der ehemalige Wimbledonsieger Michael Stich als Gast auf der Anlage des MTTC Iphitos über Talent Molleker.

Für vier deutsche Tennis-Profis war das Heimturnier dagegen schnell vorbei: Davis-Cup-Profi Jan-Lennard Struff, Alexander Zverevs Bruder Mischa, der Stuttgarter Yannick Maden und auch Vorjahres-Halbfinalist Maximilian Marterer aus Nürnberg verloren gleich in der ersten Runde.