RUF NACH RUNDEM TISCH

Karstadt-Schließungen: Sorge um die Innenstädte

Vielen Karstadt-Filialen droht das Aus, Tausende Mitarbeiter werden ihre Kündigung erhalten. Zugleich haben die Schließungen Auswirkungen auf Stadtteile und Innenstädte. Der Städte- und Gemeindebund sieht die Gefahr des „Ausblutens”.
dpa
Galeria Karstadt Kaufhof
Das Logo der Galeria Kaufhof an der Fassade eines Einkaufzentrums. Foto: Paul Zinken/dpa
Berlin.

Der Städte- und Gemeindebund fordert angesichts der Schließung Dutzender Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, gemeinsam Zukunftskonzepte für die Innenstädte in Deutschland zu entwickeln.

„Eine zentrale Rolle kommt hierbei den Immobilieneigentümern zu. Überzogene Mietforderungen sind in Krisenzeiten fehl am Platz”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). „Faire Mieten, die Einzelhandel und Gewerbe eine Zukunftsperspektive bieten, sind das Gebot der Stunde.” Es gelte, weitere Schließungen zu vermeiden.

„Der Deutsche Städte- und Gemeindebund erwartet daher, dass sich die Immobilieneigentümer mit dem Unternehmen auf akzeptable Rahmenbedingungen verständigen”, sagte Landsberg. Die Corona-Pandemie biete auch eine Chance: „Es muss uns gelingen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln – zum Beispiel Gemeinschaftskonzepte zwischen Handel, Gastronomie, Kultur, aber auch Büronutzungen”, sagte Landsberg. Das Wohnen in Innenstädten könne attraktiver werden, zumal wegen des Trends zum Homeoffice weniger Büroräume gebraucht würden. „Ziel muss es sein, dem drohenden Ausbluten unserer Innenstädte aktiv zu begegnen”, so Landsberg. Hierfür müssten sich Kommunen, Unternehmen, Insolvenzverwalter und Immobilieneigentümer an einen Tisch setzen.

Der angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hatte am Freitag die Schließung von 62 seiner 172 Warenhäuser angekündigt. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5317 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Der Konzern hat derzeit noch 28.000 Beschäftigte. Insgesamt will der Konzern Filialen in 47 Städten schließen.

Noch offen ist weiterhin das Schicksal der Karstadt-Sports-Häuser. Hier gelten mehr als zwei Drittel der rund 30 Filialen als gefährdet.

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