ANTRÄGE AUF „AMTSHILFE”

Bundeswehr setzt in der Corona-Krise 15.000 Soldaten ein

In der Corona-Krise hat die Bundeswehr ihren Einsatzplan fertig. Vier logistische Zentren und eine größere Zahl Soldaten sollen dort einspringen, wo es Not gibt und zivile Kräfte fehlen. Einige Erwartungen werden aber gedämpft.
dpa
Saarbrücken
Ein Arzt nimmt bei einer von der Bundeswehr organisierten Drive-In-Teststation in Saarbrücken Abstriche. Foto: Oliver Dietze/dpa
Berlin.

Zur Unterstützung von Ländern und Kommunen setzt die Bundeswehr in der Corona-Krise 15.000 Soldaten ein. Volle Einsatzbereitschaft solle in der kommenden Woche hergestellt sein.

Es werde vier regionale Führungsstäbe geben, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, in einer telefonischen Pressekonferenz. Auf eventuelle Lageverschärfungen sei das Militär vorbereitet.

Bis Freitagmorgen seien 200 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vortag. Schelleis ist der Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr.

Gefragt sei vor allem Hilfe aus dem Sanitätswesen. Er nannte aber auch sichere Lagerflächen für medizinische Güter, Unterkünfte für die Polizei, Fachkompetenz für ein mobiles Krankenhaus, mobile Rettungsstationen und Teststationen.

„Obwohl wir nur begrenzte Kapazitäten haben, wird das immer wieder nachgefragt. Man muss wissen, weniger als ein Prozent des medizinischen Personals in Deutschland sind in der Bundeswehr. Und die fünf Bundeswehrkrankenhäuser sind zu 80 Prozent mit zivilen Patienten belegt”, sagt Schelleis der Deutschen Presse-Agentur. „Wo es um zupackende Arbeit geht, sind unsere Ressourcen nicht so beschränkt.”

Der Plan der Bundeswehr beschreibt nach einem „Spiegel”-Bericht schon detailliert, für welche Aufgaben sich Einheiten bereit machen sollen. Vorgesehen seien 5500 Soldaten für „Absicherung/Schutz”, 6000 für „Unterstützung der Bevölkerung”, 600 Feldjäger für „Ordnungs-/Verkehrsdienst”. Zudem 18 Dekontaminationsgruppen mit etwa 250 Soldaten der Kampfstoff-Abwehr für Desinfektionsaufgaben und 2500 Logistiksoldaten mit 500 Lastwagen für „Lagerung, Transport, Umschlag”.

Die vier regionalen Führungsstäbe sind demnach jeweils für die Hilfe in mehreren Bundesländern zuständig. Sie verteilen sich auf die drei Teilstreitkräfte: das Luftwaffen-Kommando (Berlin) für die Hauptstadt und das Land Brandenburg, das Marinekommando (Rostock) für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, die 1. Panzerdivision (Oldenburg) für Nordrhein-Westfalen, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, die 10. Panzerdivision (Veitshöchheim in Bayern) für die südlicheren Bundesländer. Bei dem zitierten Einsatzplan handelt es sich noch um ein Planungsdokument, an dem es noch Änderungen geben kann.

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