Ecuador

Australiens Premier: Keine Sonderbehandlung für Assange

– Australiens Premierminister Scott Morrison schließt eine Einmischung seiner Regierung in den Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange aus.
dpa
Julian Assange festgenommen
Julian Assange nach seiner Festnahme durch die britische Polizei in London. Foto: Victoria Jones/PA Wire
Festnahme
Die Polizei bringt Julian Assange (verdeckt) aus der ecuadorianischen Botschaft heraus. Foto: Dailydooh/Press Association Images
Botschaft Ecuadors
Vor der Botschaft von Ecuador in der britischen Hauptstadt steht ein Gefangenentransporter der Polizei. Foto: John Stillwell/PA Wire
Julian Assange
Wikileaks-Gründer Julian Assange lebte seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London. Foto: Yui Mok/Press Association
Bradley Manning
Der Whistleblower Bradley Manning, der nach einer Geschlechtsangleichung jetzt Chelsea Manning heißt, hatte zahlreiche Dokumente zum Irakkrieg an Wikileaks weitergegeben. Foto: Bradleymanning.org/handout/epa
Hillary Clinton
Der Wahlkampf von Hillary Clinton litt 2016 darunter, dass vertrauliche E-Mails von Servern der Demokraten gestohlen und teils auf Wikileaks veröffentlicht wurden. Foto: Srdjan Suki/EPA
Julian Assange
Julian Assange zeigt nach seiner Festnahme das Victory-Zeichen. Ihm droht nun allerdings genau das, was ihn einst Zuflucht hinter den Botschaftsmauern suchen ließ. Foto: Victoria Jones/PA Wire
0
SMS

Das sei «Sache der USA» und habe «nichts mit uns zu tun», sagte Morrison laut lokalen Medien. Assange, ein gebürtiger Australier, war am Donnerstag in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden. Der 47-Jährige hatte dort seit Juni 2012 im selbstgewählten Exil gelebt. Die USA fordern die Auslieferung des Aktivisten.

Assange erhalte keine Sonderbehandlung, ihm werde die übliche konsularische Unterstützung gewährt, sagte Morrison dem Sender ABC. «Wenn Australier ins Ausland reisen und mit dem Gesetz in Konflikt geraten, müssen sie sich dem Justizsystem des jeweiligen Landes stellen. Es spielt keine Rolle, welches Verbrechen sie angeblich begangen haben.»

Australiens Außenministerin Marise Payne sagte vor Reportern: «Der Auslieferungsprozess selbst findet zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien statt.» Ihr Land sei aber «völlig gegen» die Todesstrafe. Großbritannien habe sich von den USA die Zusicherung eingeholt, dass Assange im Falle einer Auslieferung dort nicht die Todesstrafe drohe, fügte sie hinzu.

Vonseiten der Opposition kamen auch Gegenstimmen. So sagte der Chef der australischen Grünen Partei, Richard Di Natale, Australien müsse sicherstellen, dass Assange nicht ausgeliefert werde. «Diese Verhaftung ist ein dunkler Tag für die Pressefreiheit in der ganzen Welt», erklärte er. Für Freitag waren in Sydney und Melbourne Kundgebungen zur Unterstützung von Assange geplant.