EHE-JUBILÄUM

Warener Ehepaar feiert Diamantene Hochzeit

Liebesbriefe und ein Ehering aus West-Berlin, so fing es bei Gerhard und Käte an. Beide Warener überstanden viele Prüfungen - selbst den Tod ihres Sohnes - und verraten auch, wie sie das geschafft haben.
Käte und Gerhard Meusel feierten ihre Diamantene Hochzeit gestern unter anderem mit einer Dampferfahrt.
Käte und Gerhard Meusel feierten ihre Diamantene Hochzeit gestern unter anderem mit einer Dampferfahrt. Nadine Schuldt
Waren.

Er aus Thüringen, sie aus Mecklenburg – was sollte das werden? „Viele unserer Bekannten hatten gesagt, dass unsere Ehe sowieso nicht halte“, erzählt Gerhard Meusel, und seine Frau Käte nickt. Das Paar heiratete trotzdem und bewies allen Skeptikern das Gegenteil: Gestern feierte es seine Diamantene Hochzeit.

Kennengelernt hatten sich die zwei 1958 in einem Fleischerladen in Grabow, in der Nähe von Ludwigslust. Gerhard Meusel absolvierte dort ein Vor-Praktikum beim Wasserstraßen-Amt Grabow und musste sich an der Elde um die Instandhaltung der Schleuse und des Kanals kümmern. Schon bald nach dem Kennenlernen musste er nach Dresden, studierte dort an der Verkehrshochschule. Doch zwischen den beiden hatte es schon längst gefunkt.

Heirat mit Goldringen aus West-Berlin

„Wir haben uns viele Liebesbriefe geschrieben“, erzählt Ehefrau Käte. Schließlich verlobten sie sich Ende Dezember 1959. Am 4. Juni 1960 fand die Hochzeit statt. „Die Goldringe hatte ich noch in West-Berlin gekauft, musste dafür über den Zugang Friedrichstraße in die Stadt“, erinnert sich der Bräutigam – in der DDR hatte er damals schlicht keine bekommen.

Nach seinem Studium war Gerhard Meusel bis 1971 als Bauleiter und technischer Leiter für die Müritz-Elde-Wasserstraße beim Wasserstraßenamt Grabow tätig. Seine Ehefrau arbeitete als gelernte Industriekauffrau bei der Rose-Brauerei in Grabow. In jenen Jahren wurden die Söhne Hartmut und Jörg geboren.

1972 wurde die Ehe auf eine Probe gestellt. Gerhard Meusel wurde zum Wasserstraßenamt nach Wittenberge versetzt Seine Frau konnte erst ein Jahr später folgen, weil es in Wittenberge keine Wohnungen gab. Doch auch, als sie da lebte – mittlerweile war auch Töchterchen Claudia auf der Welt – war die Familie nicht häufig zusammen. „Er war sehr oft unterwegs“, sagte Käte Meusel.

Zusammen beim Schifffahrtsamt gearbeitet

Doch sie meisterte die schwere Zeit. „Ich bin ein fröhlicher Mensch, und meine damalige Arbeit bei der Reichsbahn hatte mir Spaß gemacht“, sagt sie. Nach der Wende kommt das Ehepaar nach Waren. Hier arbeiteten sie gemeinsam beim Wasserschifffahrtsamt Lauenburg: er als Außenbezirksleiter von Waren, sie als Sekretärin. Auch hier hätten viele Leute gesagt, dass das nichts werde, so das Ehepaar. Auch hier bewiesen sie das Gegenteil. „Das war eine sehr schöne Zeit, und ich habe meinen Mann noch einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt“, sagt die 81-Jährige mit Blick auf die Genauigkeit, die ihr Mann an den Tag legt.

Die beiden meisterten auch den Tod ihres ersten Sohnes, der vor fünf Jahren starb. „Unsere Liebe und unser sonniges Gemüt hat uns über diese Zeit getragen“, sagen sie unisono. Für die Zukunft wünschen sie sich Gesundheit. Und: dass sie noch lange Fahrrad sowie in den Urlaub fahren können.

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