INVESTITIONSDEBATTE AN DER MÜRITZ

Warener Bürgermeister gibt Naturbad an der Feisneck noch nicht auf

In das Warener Volksbad wurde kräftig Geld gesteckt. Doch was passiert am großen Strand an der Feisneck? Dort zu investieren dürfte schwierig sein.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Idylle pur. Das Naturbad an der Feisneck besticht durch seinen natürlichen Charme. Der Strand zieht jede Saison zigtausende Besucher an. Und es dürften noch mehr werden.
Idylle pur. Das Naturbad an der Feisneck besticht durch seinen natürlichen Charme. Der Strand zieht jede Saison zigtausende Besucher an. Und es dürften noch mehr werden. Ingmar Nehls
Waren.

Norbert Möller hat die Schere fast noch in der Hand. Gerade hatte Warens Bürgermeister symbolisch das Absperrband an der neuen Rampe im Volksbad durchschnitten. Da kam auch schon die Frage auf, wie es denn am großen Strand an der Feisneck weitergeht. Flicken oder Klotzen? „Wir werden das wieder angehen. Mein Wunsch ist es nach wie vor, dort in Sachen Barrierefreiheit tätig zu werden und darüber hinaus auch die Infrastruktur insgesamt aufzuwerten“, sagt Norbert Möller.

Ein Geheimtipp ist das Naturbad längst nicht mehr. Denn im vergangenen Jahr zählten die städtischen Rettungsschwimmer, die den großen Strand von Mitte Mai bis zum 10. September jeden Tag von 9 bis 18 Uhr bewachen, etwa 30 000 Besucher. Und diese Zahl dürfte in den nächsten Jahren weiter steigen, denn nur einen Steinwurf entfernt liegt das Yacht-hafenresort Maremüritz mit 184 Wohnungen, die bald alle fertig sein werden. Hinzu kommen möglicherweise noch Gäste des Aqua Regia Parks auf dem nahen Nesselberg. Auch wenn derzeit nicht klar ist, ob und wann das Megaprojekt tatsächlich umgesetzt wird, ist davon auszugehen, dass die Stadt für die Baufläche eine touristische Nutzung im Auge hat. Perspektivisch werden also auf dem Nesselberg mehr Urlauber sein, die mit aller Wahrscheinlichkeit den nächst gelegenen Strand, das Naturbad an der Feisneck, aufsuchen werden. Außerdem arbeitet die Stadtverwaltung schon seit Jahren an einem neun Hektar großen Wohngebiet auf dem Papenberg.

An einer anderen Stelle wächst Warens Osten bereits. Das Wohngebiet „Warensberg“ an der Gievitzer Straße nimmt Gestalt an. Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten des 24,38 Hektar großen Baugebiets auf Hochtouren. 134 Baugrundstücke werden auf dem gesamten Gebiet vermarktet. Der Trend ist also eindeutig: mehr Urlauber, mehr Einheimische, mehr Strandgäste.

Vor einem Jahr Protest von Naturschützern

Es gibt gute Gründe, den Strand zu entwickeln. Allerdings gab es in der jüngsten Vergangenheit auch heftigen Protest von Einheimischen und Naturschützern gegen die schon geplante Sanierung der Naturbadestelle, was dazu führte, dass die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr die bereits zugesagten Fördergelder, die einen Großteil der Gesamtkosten von 200 000 Euro finanziert hätten, zurückgewiesen hat.

Auch wenn der Stadt die Fördermittel wohl durch die Lappen gegangen sind, ist das Projekt nicht in der Schublade verschwunden. Fraglich ist jedoch, ob die Verwaltung überhaupt die Manpower hat, die Sanierung umzusetzen. Denn Bauamtsleiter Ingo Dann steht das Wasser bis zum Hals. Er brauche mehr Leute oder einige Projekte müssten warten, wie er kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss sagte. Bis 2028 stehen Bauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von fast 50 Millionen Euro an. Zu viel für das Amt. „Das ist mit unserem Personal nicht zu schaffen“, sagte Ingo Dann. Das bedeute, dass entweder die Mitarbeiterzahl des Amtes aufgestockt werden müsse, vorausgesetzt man finde in Zeiten von Fachkräftemangel geeignete Bewerber, oder einige Projekte werden vorerst von der Agenda gestrichen.

Neben der Sanierung der beiden Schulen stecken auch noch andere Großprojekte wie der Neubau der Steinmole, der Umbau des Bahnhoftunnels und die Revitalisierung des ehemaligen Bahnbetriebsgeländes in der Pipeline, um nur einige aufzuzählen. Wie man in Waren und auch in anderen Gemeinden sehen kann, kostet bei Bauprojekten jedes Jahr Aufschub viel Geld. Bekommt Ingo Dann mehr Leute, belastet das die Stadtkasse. Bekommt er sie nicht und es bleiben Projekte liegen, zahlt die Stadt aber auch drauf.

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