Vermisste Rentnerin

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Polizei geht im Fall Gerda Wiese von Tötungsdelikt aus

Die Umgebung von Priborn wurde von Polizei, Feuerwehr und Freiwilligen intensiv abgesucht. Ohne Erfolg.
Die Umgebung von Priborn wurde von Polizei, Feuerwehr und Freiwilligen intensiv abgesucht. Ohne Erfolg.
Petra Konermann

Seit genau drei Jahren wird eine Seniorin aus Priborn vermisst. Trotz groß angelegter Suchmaßnahmen und vielen Ermittlungen konnte sie nicht gefunden werden. Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass die Frau nicht mehr am Leben ist.

Von Gerda Wiese fehlt jede Spur. Seit dem 6. Dezember vor genau drei Jahren weiß niemand, warum die Frau aus Priborn so plötzlich und so unvermittelt verschwunden ist. Seit drei Jahren lastet vor allem auf den Angehörigen, aber auch auf dem ganzen Ort das Rätsel, das sich um diesen Fall rankt. Die Polizei hat den Fall aber nicht mehr als Vermisstenfall eingestuft, sondern geht mittlerweile von einem Tötungsdelikt aus, wie das Polizeipräsidium Neubrandenburg auf Nachfrage bestätigte.

Die 67-jährige Seniorin war am Nikolaustag 2015, einem Sonntag, aus ihrem Haus verschwunden. Zuletzt gesehen wurde sie im Ort am Tag zuvor. Doch als am Sonntag ihre Kinder wie verabredet zu Besuch kamen, fehlte von Gerda Wiese jede Spur. Nur die Ente, die sie zum Auftauen in die Küchenspüle gelegt hatte und wohl zu Mittag zubereiten wollte, lag noch unberührt da.

Sogar bei „Aktenzeichen X, Y ... ungelöst”

In einer sehr groß angelegten Suchaktion wurde nach der Pribornerin gefahndet, tagelang, wochenlang. Sogar in der Sendung „Aktenzeichen X,Y... ungelöst“ wurde ihr Fall den Zuschauern dargestellt. Alles blieb ohne Erfolg.

Claudia Tupeit, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, erklärte, dass allen Hinweisen nachgegangen wurde, die an die Polizei gerichtet wurden. Momentan gebe es aber keine aktuellen Hinweise, die von den Ermittlern bearbeitet werden könnten.

Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren zu einem Beschuldigten, gegen den zwischenzeitlich als Verdächtigen ermittelt wurde, inzwischen eingestellt, so Claudia Tupeit. Erste Hinweise auf diesen Verdächtigen, der aus der Region stamme, konnten bereits wenige Tage nach dem Verschwinden von Gerda Wiese ermittelt werden, erklärte die Pressesprecherin gegenüber dem Nordkurier. Diese Hinweise hätten sich dann in den folgenden Wochen weiter verdichtet. „Allerdings führten die nicht zum Auffinden des Leichnams von Gerda Wiese“, machte Claudia Tupeit deutlich.

Unglücksfall wird ausgeschlossen

Einen Unglücksfall schließt die Polizei ihren Angaben zufolge mittlerweile aus. Denn bei den intensiven Suchmaßnahmen aus der Luft, auf dem Wasser und zu Lande hätte man mit hoher Wahrscheinlichkeit die Frau gefunden, wenn sie einem Unfall erlitten hätte. „Zudem gab es bis jetzt keine Ansätze dafür, dass Frau Wiese Suizid begangen haben könnte oder die Häuslichkeit oder ihre Familie freiwillig verlassen hat“, erklärte Claudia Tupeit, warum die Polizei davon ausgeht, dass Gerda Wiese getötet wurde.

Die Polizeisprecherin betonte, dass der Fall nicht ad acta gelegt wird. „Durch neue konkrete Erkenntnisse kann sich plötzlich auch eine neue Ausgangssituation ergeben und somit würde auch ein Verfahren wieder aufgenommen werden können“, machte die Sprecherin des Polizeipräsidiums deutlich. Und: „Für die zuständigen Ermittler ist so ein ungeklärter Fall natürlich nie ganz abgeschlossen. Verwertbare Spuren können auch noch nach Jahren sichergestellt werden und zum Beispiel über einen DNA-Abgleich zu neuen Ergebnissen führen.“